Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Eine einmalige Progesteronbestimmung im peripheren Blutplasma lässt somit keine

gesicherte Diagnose über die Art der Ovarialzyste zu (Leidl et al., 1979). Zyklische

Veränderungen der Progesteronwerte beweisen lediglich zyklische Aktivität von

Luteingewebe, sei es Corpus luteum- oder zystischen Ursprungs. Die diagnostische

Genauigkeit kann daher nach Kähn (1991) nur durch Kombination der

Hormonanalyse mit der rektalen Untersuchung sowie der Sonografie maximiert

werden und zu einer gesicherten Diagnose führen.

4.2 Hypocalcämie post partum des Rindes

Bei der Diagnose der Hypocalcämie post partum muss generell zunächst zwischen

der subklinischen Hypocalcämie und der Erkrankung aufgrund eines

Calciummangels unterschieden werden. Eine subklinische Hypocalcämie kann

anhand der Calciumwerte des Blutes labordiagnostisch bestimmt oder mit Hilfe der

so genannten Incidence berechnet werden (Houe et al., 2001). Houe et al. (2001)

geben an, dass durch Multiplikation der herdenspezifischen Krankheitsinzidenz mit

einem vom Autoren definierten Faktor X auf das Vorliegen subklinischer

Hypocalcämie geschlossen werden könne. Die Diagnose Gebärparese wird

hingegen sowohl klinisch als auch mit laboranalytischen Verfahren gestellt.

4.2.1 Klinische Untersuchung

Die Diagnose der klassischen Gebärparese des Rindes wird zunächst klinisch

gestellt (Bostedt, 1993). Die erkrankten Tiere zeigen eine plötzlich verminderte

Nahrungs- und Wasseraufnahme und stellen das Wiederkauen ein. Es kommt zu

einem Rückgang der Milchmenge oder Versiegen der Laktation. Einem mehr oder

weniger deutlichen Stadium der Erregung folgt das Stadium der Präparese, in dem

die betroffenen Tiere eine unvollständige, schlaffe Lähmung zeigen und eine geringe

Einschränkung des Sensoriums beobachtet wird. Tritt zu diesem Zeitpunkt keine

Heilung auf, so kommt es innerhalb kurzer Zeit zur Paralyse. Die Tiere liegen fest

und zeigen Somnolenz oder Sopor. Ein Auftreiben ist nicht mehr möglich. Die

Reflexerregbarkeit ist stark herabgesetzt und die Körpertemperatur sinkt nach dem

Erregungsstadium ebenfalls ab. Die Körperoberfläche erscheint kalt. Die

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