Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Nachgeburtsverhaltungen stellen ein Risiko für die Entwicklung von Metritiden und

Endometritiden dar (Le Blanc, 2008). Kühe, die eine klinische Metritis erleiden,

zeigen stets eine verringerte Milchleistung (Fourichon et al., 1999). Darüber hinaus

wird bei Kühen, die eine Nachgeburtsverhaltung erleiden, eine hohe Inzidenz an

Ketosen, Labmagenverlagerungen sowie Mastitiden festgestellt (Gröhn et al., 1990).

Eine verschlechterte Trächtigkeitsrate um 15 %, verglichen mit gesunden Tieren,

wiesen Fourichon et al. (2000) nach und bestätigen somit ebenfalls die finanziellen

Verluste durch geringere Leistungsfähigkeit der Kühe.

Es existiert eine große Anzahl an Studien, die sich mit den drei angesprochenen

Krankheiten, insbesondere mit deren Therapien befassen. Trotzdem werden nach

wie vor ganz verschiedene Therapieschemata nebeneinander angewendet. Ziel

dieser Arbeit war es daher, die verfügbare Literatur zu den Themen Therapie des

Ovarialzystensyndroms des Rindes, der Therapie der Hypocalcämie post partum und

der Nachgeburtsverhaltung systematisch zu untersuchen und die Qualität der bis

dato veröffentlichten veterinärmedizinischen Studien zu bewerten. Dadurch sollen die

derzeit besten Therapieverfahren herausgearbeitet und mögliche Schwachstellen

bezüglich der verfügbaren veterinärmedizinischen externen Evidenz aufgezeigt

werden.

7.2 Diskussion der Methode

Der Begriff der evidenzbasierten Medizin wird von Sackett et al. (2002) als der

gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten

externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen

Versorgung individueller Patienten definiert. Um die beste, externe Evidenz zu

finden, offeriert die Literatur verschiedene Strategien. Wesentlich ist eine detaillierte

und systematische Vorgehensweise, um jede Form des Bias zu vermeiden (Farquhar

et al., 2006). Zur Vorbereitung der vorliegenden systematischen Aufarbeitung der

Literatur wurden daher angelehnt an das Cochrane Handbook (2008) zunächst die

klinischen Fragen formuliert:

- Welches ist die in der Literatur angegebene bestmögliche Therapie für

das Ovarialzystensyndrom des Rindes?

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