Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

als pharmakologischer Zulassungsstudien bis dato noch immer unzureichend die

qualitätssichernden Richtlinien berücksichtigen. Gründe hierfür sind der hohe

organisatorische und finanzielle Aufwand, den verblindete, randomisierte,

kontrollierte Studien erzeugen. Auch stellen mangelnde Patientenzahlen ein häufiges

Problem bei der Planung und Organisation veterinärmedizinischer Studien dar (Arlt et

al., 2005). Eine systematische Aufarbeitung von wissenschaftlichen Ergebnissen

findet nach Arlt et Heuwieser (2005) bisher noch überhaupt nicht statt. Daher fordern

die Autoren die Einrichtung von Expertenkommissionen, die systematisch Studien

bewerten.

7.4 Bewertung der Qualität verblindeter, randomisierter kontrollierter Studien und

randomisierter, kontrollierter Studien

Studien höherer Evidenzstufen, wie verblindete, randomisierte, kontrollierte Studien

sowie randomisierte, kontrollierte Studien orientieren sich definitionsgemäß an den

Vorgehensweisen der „Good Clinical Practice“. Trotz dieses bewusst gewählten

Studientyps fielen bei genauerer Betrachtung der einzelnen Veröffentlichungen, vor

allem im Hinblick auf ihre tatsächliche Qualität sowohl den Studienaufbau als auch

die Berichterstattung betreffend Mängel auf.

Als Goldstandard der Diagnosestellung des Ovarialzystensyndroms des Rindes wird

die zweimalige rektale Untersuchung im Abstand von 8 - 11 Tagen bei Fehlen eines

Corpus luteum definiert (Kesler et al., 1982; Day, 1991 I). Um fehlerhafte rektale

Befunde zu minimieren, wird von Ribadu et al. (1994) die sonografische Diagnose

vorgeschlagen. Dabei werden Ovarialzysten anhand ihrer Hypoechogenität und

Größe diagnostiziert (Pierson et al., 1984).

Die rektale Ultraschall-Methodik wird jedoch nur in 25 % der randomisierten Studien

genutzt. Meist beschränkt sich die Diagnostik jedoch allein auf eine einmalige rektale

Untersuchung (53,6 %). In 7,1 % der Studien wird von einer zweimaligen rektalen

Untersuchung gesprochen und in 14,3 % werden keine Angaben zur Diagnose-

stellung gemacht. Lopez-Gatius et al. (2001, 2002) erfüllen alle diagnostischen

Kriterien in ihren Studien. Angaben über eine wiederholte Untersuchung und somit

den Nachweis der Zystenpersistenz über 10 Tage werden sonst lediglich von Kim

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