Antibiotika-haltige Knochenzemente: In vitro Untersuchungen der ...

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Antibiotika-haltige Knochenzemente: In vitro Untersuchungen der ...

Die Biomaterial-assoziierte Infektion 10 Der zweite Schritt ist durch die Bildung extrazellulärer Schleimsubstanz (ESS) oder Exopolysaccharide (EPS) durch die Bakterien gekennzeichnet. Diese Glykokalix von Staphylococcus epidermidis besteht unter anderem aus Glycerolphosphat, D-Alanin, Glukose und N-Acetylglukosamin (KLOOS et al., 1994). Das Resultat ist ein Biofilm, der sowohl mono- als auch polymikrobiell sein kann (BERENDT, 1999; CHARACKLIS et al., 1990; COSTERTON et al., 1999; DONLAN, 2002; O’GARA et al., 2001). Abbildung 1. Biofilmstruktur (DONLAN et al., 2002) Hat sich nun ein Biofilm auf einer Oberfläche gebildet, ist es schwer, ihn wieder zu entfernen. Der Biofilm stellt einen potentiellen Streuherd dar, der zu Sepsis, einer späteren Lockerung der Prothese und zur Zerstörung des Knochens im Rahmen einer Osteomyelitis führen kann. In den Biofilm eingebettete Bakterien sind metabolisch weitgehend inaktiv und deshalb geringer empfindlich gegenüber Antibiotika, obwohl der Biofilm selbst von kleinen Kanälchen durchzogen ist und keineswegs eine undurchlässige Barriere für Antibiotika darstellt (COSTERTON, 1999; DONLAN et al., 2002) (siehe Abb. 1). Der Biofilm von Staphylococcus epidermidis beeinträchtigt die körpereigene Abwehr. Die Proliferation peripherer mononukleärer Zellen, hauptsächlich T-Zellen, wird (via Prostaglandin E2- Produktion stimulierter Monozyten) inhibiert. Ferner beeinflußt der Biofilm Opsonisierung und Phagozytose. Die Fähigkeit polymorphkerniger neutrophiler Leukozyten (PMNL), in Richtung eines chemotaktischen Stimulus zu wandern, wird gehemmt. Es kommt

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