Antibiotika-haltige Knochenzemente: In vitro Untersuchungen der ...

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Antibiotika-haltige Knochenzemente: In vitro Untersuchungen der ...

Die Biomaterial-assoziierte Infektion 19

Revision benötigen, einigen Patienten eine lange und ineffektive Behandlung zur versuchten

Rettung der Prothese erspart (BERENDT, 1999).

2.7.2 Spätinfektionen

2.7.2.1 Exzisionsarthroplastik

Wenn sich eine Prothese gelockert hat, wird eine Revision zwingend notwendig. Die

Exzisionsarthroplastik stellt eine einfache Möglichkeit mit hoher Heilungsrate dar.

Voraussetzung ist jedoch das radikale Débridement von sämtlichen Zementresten und

nekrotischem Gewebe. Die Gridlestone-Arthroplastik weist im Vergleich zur

Prothesenimplantation eine wesentlich schlechtere Funktion mit Beinverkürzung, der

Notwendigkeit des Schuhausgleichs (bis zu 6 Zentimetern) und des Führens einer

Unterarmgehstütze (Fritzstock) auf. Im Bereich des Kniegelenks muß man die

Exzisionsarthroplastik als Ausnahmesituation betrachten, da sie zu einem Schlottergelenk

führt, das eine externe Gelenkschienung erfordert.

In bestimmten Fällen, in denen begrenzte Anforderungen an das Bein gestellt werden und

schlechte Knochensubstanz eine Reimplantation oder Arthrodese wenig erfolgversprechend

erscheinen läßt, kann eine Exzisionsarthroplastik immer noch einer Oberschenkelamputation

vorzuziehen sein. In der Hüfte stellt die Exzisionsarthroplastik eine Möglichkeit für die Fälle

dar, in denen eine Rekonstruktion technisch nicht realisierbar ist oder ein inakzeptables Risiko

für eine Re-Infektion, höhere Morbidität oder sogar Tod des Patienten birgt.

2.7.2.2 Einzeitiger Wechsel

Beim einzeitigen Verfahren folgt der Exzision die unmittelbar anschließende Reimplantation.

Obwohl auch hier systemische Antibiotika gegeben werden können, verläßt man sich meist

auf sorgfältiges Débridement und die Verwendung von Knochenzement, dem Antibiotika

entsprechend der vorangegangenen Keimbestimmung und Empfindlichkeitstestung

beigemischt werden.

Die Vorteile für Patienten mit erfolgreich durchgeführtem einzeitigem Wechsel sind erheblich

(raschere Genesung aufgrund kürzerer Immobilisation), so daß diese Methode alle

Bemühungen rechtfertigt, ihren Erfolg zu verbessern. Die publizierten Erfolgsraten variieren,

abhängig von der Erfahrung des Chirurgen und der Vollständigkeit der Nachuntersuchungen;

aber in den zuverlässigsten Untersuchungen zeigen etwa 80-85% der behandelten Implantate

keine Zeichen eines Rezidivs (BUCHHOLZ et al., 1981; RAUT et al., 1995).

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