Magazin 195902

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Magazin 195902

Sduueden gilt ols das Land, das bei seinen zivilen und milillirisc:hon VerteidigungsDorbcroilungen

nidlt nur mit Smutzräumen für die Zioilbeoölkorung, sondern auch mit Industrien,

Plugzeughangors und Matinean/ogon "untergrund" geht. So sind z. B. für den Zioilen BeoDlkerungsschulz

bereits 70 unterirdische Führungsslellen angelegt ruorden. Unser Bild : Ein­

(,jong zur Schulzan/age Kalarinabergel in Slodcholm, die im Frieden als Großgorog8 dient.

Ein nauas Zioilschulzgosetz soHen die

Schweden noch in diesem Jahr erholten.

Hierdurch ist die Auseinandersetzung

über das Schutzproblem in der breiten

Offentlichkeit Schmeden. stark belebt

morden. Wir Deräffentliehen hier einen

Artikel des Aftonblodet, Stockholm, der

sich mn den roichHgsten Fragen, mit der

Evakuierung, dem Schutzraumbau und

mit dem Aufbau einer Luftscnutztruppe,

beschäftigt. Der Beitrag ist ein Beispiel

'ur die Offenheit und die Sachlichkeit,

mit der die smroedisdle Presse die Zivilbevölkerung

aufklärt und unterrimtet.

Sechs Schwedenkronen, genau gesagt

5,90, können dir und mir das Leben rettenl

Nur so viel brauchen wir zu bezahlen,

um ei ne Stelle zu haben, zu der wir

uns begeben können, falls Atombomben

auf uns herunterhageln.

8

schreibt über LS-Maßnahmen

lVI utz

für sechs

Schweden kronen

"Fein", sagen Sie und sage ich, "das bezahlen

wir gerne." (5,90 skr., ca. 4,78 DM,

koslel der Zivile Bevölkerungsschutz, einschließlich

Sdmtzraum, Evakuierung etc.,

pro Jahr jeden Schweden. Die Summe ist

ein Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Die Red.) Aber was passiert, wenn wir

diese Stelle, die uns Schutz geben soll,

nimt erreichen? Was gesdtieht dann?

Ziehen wir einmal Stock holm als Beispiel

heran: Im allerschlimmsten Fall wären

hier 858000 Menschen betroffen. Das sind

neun Zehntel der Gesamtbev61kerung dieser

Stadt. Gleichzeitig wird der größte TeU

der Stadt vom Erdboden vertilgt - all

das. was in den letzten Jahren vor unseren

Augen gewachsen ist, unsere U-Bahn,

die vielen neuen Gebäude und auch

die alten und vieles mehr. Der .. allersdtlimmste

Fall", das wäre eine Wasserstoffbombe,

die über der Stadt detonieren

würde, bevor evakuiert werden und die

Restbevölkerung Schutzräume aufsuchen

konnte. Furchtbarll Entsetzlich!!

Gewiß. Aber warum nicht der Wahrheit

ins Auge schauen - kalt rechnen? Rei n

verslcherungsmäßigl Hier tritt unsere

Zahl 5,90 skr. auI - das ist nämlich die

Summe. die der Zivile Bevölkerungsschut%

einen jeden von uns kostet - und du

sind die Gelder, die unseren Schutz bedeuten

sollen - nicht im .. allerschlimmsten

Fall", - sondern im .. weniger schlimmen

Fall" der Alternative zwei; denn im

"allerschlimmsten Fall", wenn wir überfallen

würden, z. B. mit Wasserstoffbomben

mitten In der Nacht, wenn alle schlafen.

dann gibt es keinen anderen Schutl

als den der " Pax Atomica" - den Frieden

des Grauens, der z. Zt. die Großen dieser

Welt von solchen Abenteuern abhält.

Daß unsere 5,90 skr. wohlangewandtea

Geld sind, ist uns in den letzten Wochen

gelegentlich der russischen .. Atomknalle·

in Novaja Semlja zu Bewußtsein geführt

worden. Mit aller Schörfe wurde deutlich,

daß selbst das bündnisfreie und neu·

trale Schweden in steter Atomgefahr ist

wenn die Großmächte sich gegenseitig in

den Haaren liegen. Wohin die radioaktiv

infizierten Wolken sich wenden, steht bel

anderen Mächten als bei denen, die

Eisenhawer und Chruschtschow vertreten

Im Keller leben

Das Risiko ist unerhört groß - selbst bel

dem "weniger schlimmen FaU". Die radioaktive

Strahlung mit dem Totenkopf·

etikett, die eine Kernwaffenbombe aus·

lösen kann, würde eine böse Katastrophe

hesonders für unsere Landbevölkerung.

bedeuten, wenn nicht rechtzeitig Schutzmaßnahmen

getroffen werden. Nachdem

nun die mageren Anfangsjahre vorbei

sind, hofft unser Ziviler Bevölkerungsschutz

energisch weiterarbeiten zu können,

ehe es zu spät ist. Es ist nämlich gar

nicht so besonders viel, was getan werden

muß, um bei einem Atombombenangriff

die Chancen des Überlebens für

Landvolk und Evakuierte zu vergrößern

- ein verstärkt gestützter Kartoffelkeller

kann in vielen Fällen schon ausreichen - ,

aber die Menschen müssen eben darau1

vorbereitet sein, einige Tage und Nächte

darin zu leben, bis die radioaktive Verseuchung

vorübergegangen ist. Ein besseres

Alarmsystem ist natürlich auch erforderlich.

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