Magazin 195902

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Magazin 195902

den Start ballistischer Gesmosse in der

Gegend um Chimsky, nordwestlich von

Moskau. registrierten. Man startete je

zwei Geschosse gleichzeitig, einmal sm

Mittag und am späten Nachmittag. Ihre

Flugbahn führte sie über Schweden, wo

sie lange Zeit für sogenannte Fliegende

Untertassen gehalten wurden. in ihr Zielgebiet

nördlich des Polarkreises.

In Chimsky selbst ist eine der ersten

Lenkwaften-Zenlralen der UdSSR untergebracht.

Hinter der sog. .. Versuchsanstalt

für die Entwicklung von Turbinenflugzeugen"

mit der angrenzenden .. Chemischen

Versuchsanstalt", die eine Fläche

von mehreren hundert Quadratkilometern

einnehmen, verbirgt sich eine der

bedeutendsten russismen Erprobungsstellen

für Raketen

Vorstufe zu dieser Einrimtung war das

Amt der Sonderverwaltung für Raketentechnik

mit Sitz in Moskau. Hier war

unter der fachlimen Leitung von Generalingenieur

Alexander S. Jakowlew das

In Deutschland erbeutete Material auf

seine Verwendbarkeit ausgemustert und

in planvoller Arbeit weiterentwickelt

worden. Die wissensmaftHdten Forsdmngen

dieser Anstalt führten zu derartig

aufsehenerregenden Ergebnissen,

daß Generalleutnant F. G. Sokopol sebon

im September 1955 sagen konnte: "Wir

sind im Besitze von Geräten, die selbst

einfliegende Lenkwaffen ablenken können."

Da eine solme Gefahr durch die sogenannte

Programmsteuerung ausgeschaltet

werden könnte, nehmen westliche

Nachrimtendlenste an, daß aum - neben

diesen Geräten am Boden - In der Sowjetunion

an einem Anti-Lenkwaffen­

Gesmoß gearbeitet wird. Diese Vermutung

erhält um so mehr Gewimt, als der

amerikanische Konteradmiral Radford

von einer russlsmen Superwaffe sprach.

die auf dem Prinzip der Umwandlung

kosmismer Strahlen beruhen sollel Im

Zusammenhang mit diesem Projekt wird

der aus Großbritannien genüebtete Physiker

Pontecorvo genannt.

Infrastruktur des 80wjetisdten

Raketenpotentlala

Unter Infrastruktur v('T'steht man die

geologisme Lage von Flugplätzen, Raketenbasen,

Ausbildungs-, Vers ums- und

Entwicklungszentren sowie die RadarleitsteIlen.

Konnte man noch während

des zweiten Weltkrieges behaupten, die

sowjetiseben Verbindungsstraßen seien

ebenso tief wie breit, hat sich heute diese

Situation entschieden gewandelt. Dies

gilt besonders für die Namsmub- und

Verbindungswege zwischen den Raketenbasen

untereinander und den damit

zusammenhängenden Industriezentren.

Nachdem dieses Straßennetz einmal geschaffen

war, setzte der Bau der Abschußrampen

und Großflugplätze des

ADD (sowjetiscbes strategisches Bomberkommando)

ein.

lnnerhalb von rund 10 Jahren wurden

die meisten dieser Anlagen erbaut und

eingerichtet. Welche Arbeit hier geleistet

wurde, geht aus einem Berimt hoher

lUTlerikanischer Offiziere hervor, wonach

der technische Stand der Basen einen

Vergleid1 mit denen des Westens nicht

tu scheuen braucht. Bemerkenswert er-

Das baJlistisc:he Longstreckengesc:hoß T-3 ist eine Dreistufenrakete mit einem Stortsc:hub Don

rund 220 Tonnen. Als Treibstoff ruird ein Bor-WasserslaU-Gemisch Derruandt, das einen besonders

hohen spezifischen Impuls liefert. Gesteuert wird die T-3 durm ein KreiseJsvstem.

smeint, daß der größte Teil der Raketen­

Abschußbasen im westlichen Rußland

Hegt. An der Nord-. Ost- und Südgrenze

sind dagegen die Basen weniger stark

massiert.

Der stärkste WaU zieht sich von der

Odermündung bis an das Weiße Meer.

Hier wurden nam einem Bericht des 50wjetisdten

Majors M. F. Wassiliew, zwölf

Marine-Großflugbasen, acht Flugplätze

für Langstred

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