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uAare-Bett, schütten

uAare-Bett, schütten das Ufergebiet 20 Meter hoch zu und kommen dem Dorfteil Boden bedrohlich nahe. Der Permafrost am Ritzlihorn taut auf, das ewige Eis, welches das Gestein am Berg wie Kitt zu- sammenhält, schmilzt. Auslöser ist – die Klimaerwärmung. Ein globales Wort, das in der Schweiz bisher bloss lauwarmes Zukunftszenario war, und wenn überhaupt, so dachte man, weit weg, an exotischeren Orten, stattfindet, in Grönland etwa, wo das Eis dünner wird, oder in Kiribati, wo die Südsee insulaner vom ansteigenden Pazifik vertrieben werden. Aber doch nicht Guttannen. Erstmals in der Schweiz ist ein Dorf vom Klimawandel bedroht. Die Häuser im Ortsteil Boden, drei Kilometer ausserhalb von Guttannen, werden vom Geröll allmählich verschüttet. Von den ihre häuser sinD BeDroht Bild oben und links: Peter von Bergen geht auf der vom Murgang zerstörten Strasse nach Hause, wo er mit seiner Frau Lisa wohnt. Auch das Ehepaar muss sein Heim wohl bald verlassen und abbrechen. Bild rechts: Andrea von Bergen lebt mit ihrer Familie (hier mit Sämi) im hintersten Haus. Sie hat bereits Ersatzwohnungen im Unterland besichtigt, «falls wir hier schnell wegmüssen». Im vorderen Haus wohnen die Nachbarn Peter und Lisa. so ein murgang schaut aus wie ein brauner tsunami. Das Geröll kommt immer näher. wir müssen weg 50 Bewohnern müssen 30 in den nächs- zum Ritzlihorn. Beide mussten weg. Beine, und Peters Frau, Lisa von Schneelawinen und seien sich gewohnt, ten zwei bis zehn Jahren ihr Heim Nutzungsverbot, schrieben die Behör- Bergen, 59, schenkt erst mal Kaffee im Winter tagelang von der Aussenwelt ver lassen. Der erste Hof wurde bereits den, dann Abbruchverfügung. Wenn wir ein, bevor sie von ihrem Kummer be- abgeschnitten zu sein. «Aber diese gi- abgerissen. das Haus schon zerstören müssen, marichtet. Auch das Ehepaar muss hier gantischen Murgänge jetzt, die sind neu Peter von Bergen, 57, mit blauer chen wir das selber, sagten sich die von weg, in zwei, drei, «mit etwas Glück erst und unberechenbar», Abplanalp zupft Regenjacke und weissem Haarkranz, Bergens. Trotz und Stolz im Schmerz. in fünf Jahren». Die Ungewissheit sei sich am Schnauz, spricht von einer stakst auf der Geröllhalde herum. Hier Im Frühling 2011 brechen sie das 262 zermürbend, sagt die Frau. Ihr Mann «gschponnegi Situa tion». Immer wieder stand letztes Jahr noch das Geburts- Jahre alte Hohfluhhaus ab. Der Berg erwähnt das Gartenhäuschen, das schielt er auf sein Handy. Seit zwei Tahaus seiner Mutter. Er zeigt ein Foto, hält nicht still, will noch mehr, weitere ein neues Dach, und das WC, das eine gen regnet es ohne Unterlass. Im Gefah- zeigt was einst war, «s Hohfluhhaus», Häuser sind gefährdet. Und wieder trifft Renovation bräuchte. «Ob sich das anDrea von BerGen rengebiet sind Si gnaldrähte gespannt, Baujahr 1749, dazu ein Stall, am Rande es Familie von Bergen. «Mitkommen», noch lohnt?» Wohin sie gehen, wenn es bewegt sich der Berg, wird automatisch des Ortsteils Boden gelegen. «Jahrhun- gebietet Peter von Bergen, zu ihm heim, so weit ist, darüber will das Ehepaar man vor den Murgängen sicher ist, die Hauptstrasse, die zum Grimselpass derte ist hier nie etwas passiert», sagt das bald nicht mehr sein Heim sein soll. nicht nachdenken. «Wir sind optimis- droht eine andere Gefahr: Lawinen. führt, gesperrt, und Abplanalp bekommt von Bergen, doch in den letzten zwei Ein paar Hundert Meter talabtisch», beteuern sie. Ein Satz, der Hans Abplanalp, Gemeindepräsi- ein Warn-SMS aufs Handy. Jahren seis immer ärger geworden, die wärts, ebenfalls im Ortsteil Boden, steht mehr nach Verdrängung denn nach dent von Guttannen, beugt sich über die 320 Einwohner hat Guttannen, 30 Murgänge kamen näher, 650 000 Kubik- sein Haus, vor 22 Jahren gebaut, mit Zuversicht klingt. Gefahren-Karten des Ortsteils Boden. Menschen in Boden sollen wegen der meter Geröll liegen hier, 20 Meter hoch, Garten, in dem besagter Hasli-Adler auf Auch zwei ihrer Söhne möchten in Aggressive Farben verdeutlichen, wo Murgänge ihre Häuser aufgeben. «Wir das Volumen von 8000 Postautos. Von Halbmast schlenkert. Die Fussmatte Boden bleiben, wollen hier gar ein Haus Lawinen- und wo Murgang-Zonen sind. müssen also zehn Prozent unserer allen Häusern in Boden lagen das Hoh- vor der Haustür grüsst «Willkommen», bauen, die Frage ist nur, wo. Denn aus- Die Menschen hier, sagt der 61-Jährige, Bevölkerung umsiedeln», rechnet Abfluhhaus und sein Stall am nächsten ein Büsi umschmeichelt alle neuen gerechnet da, wo es möglich wäre, wo lebten seit Jahrhunderten mit den planalp vor. Ein Grossteil der Kosten u 50 schweizer illustrierte schweizer illustrierte 51

uübernimmt die Gebäudeversicherung, man versuche den Vertriebenen eine Alternative im Dorf anzubieten, sagt der Gemeindepräsident, «wir wollen doch niemanden verlieren». Andrea und Andreas von Bergen (es gibt verwirrend viele von Bergens im Ortsteil Boden) haben sich bereits Häuser im Unterland angeschaut. «Man weiss nie, wie schnell wir hier fortmüssen», sagt Andrea von Bergen, 38, Mutter zweier Buben. Diesen Frühling überlegte sie, ob sich ein Frühlingsputz überhaupt noch lohne. Im erst zwölfjährigen Haus duftet es würzig nach Arve, Ehemann Andreas hat das Holz eigenhändig geschlagen. In der Stube spielt der fünfjährige Sämi mit seiner Post- 30 menschen in Boden müssen fort, das sind zehn Prozent unserer Bevölkerung GemeinDePräsiDent hans aBPlanalP auto-Flotte, Bus-Chauffeur will er mal werden. So ein «Gutsch», ein Murgang, schaue aus wie ein Tsunami, erzählt Andrea von Bergen, «dazu ein höllisches Poltern und Donnern, es macht schon Angst.» Die Mineralien-Sammlung ihres Mannes hat sie vorsorglich in Kisten Guttannen unD seine Gefahren Oben: Mit ihrem Handy fotografierte Lisa von Bergen den gewaltigen Murgang vor ihrem Haus im Oktober 2011. Links: Guttannens Gemeindepräsident Hans Abplanalp zeigt Lawinen- und Murgang-Zonen (violett) im Ortsteil Boden. verpackt. «Manchmal habe ich Hoffnung, dass wir bleiben können, dann wieder bin ich verzweifelt und denke, es geht alles unter.» Im Flur hängt ein altes Poster – es zeigt die «Titanic». Guttannen und sein schmelzender Permafrost gilt bei Geologen mittlerweile als Modellfall in den Alpen. In diesem Jahr, resümiert Gemeindepräsident Abplanalp, habe man hier keine Murgänge registriert. Er kontrolliert erneut sein Handy, blickt aus dem Fenster, hinaus in die Regensuppe, hinauf zum Ritzlihorn. Ja, doch, ein ruhiges und darum gutes 2012 sei das gewesen. Bisher. Fahrig nestelt er am Schnauz, äugt wieder hinaus, hinauf, bergauf. Das Jahr ist noch nicht zu Ende.

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