Pädagogische Ansätze zur Bearbeitung von ... - Migration-online

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desdeutschen Gesellschaft wird in Bezug zum eigenen marginalisierten Dasein in eben dieser Gesellschaft

gesetzt, und dieses marginalisierte Dasein, so der Vorwurf, werde ausgeblendet. Diese Ansicht

spiegelt sich beispielsweise wider in der Aussage: »warum sollen wir immer über Juden reden? warum

redet niemand über Rassismus?«. Andererseits haben die Jugendlichen häufig Redebedarf über

den Nahostkonflikt, mit dem sie regelmäßig antisemitische äußerungen legitimieren, etwa wenn sie

alle Jüdinnen und Juden pauschal für die israelische Politik verantwortlich machen, über die sie eine

als »berechtigt« empfundene wut und Entrüstung artikulieren. Viele Jugendliche sind misstrauisch

gegenüber »deutschen« bzw. »westlichen« Darstellungen des Konflikts, die von den medialen Darstellungen

ihres Herkunftskontextes abweichen. Sie sehen sich selbst als die besser informierten Expert

/ innen zum Thema. Insbesondere Jugendliche mit palästinensischem Hintergrund und ihre Familien

sind zudem zum Teil direkt vom Nahostkonflikt betroffen. Bei Jugendlichen mit anderen Herkunftsbezügen

ist in diesem Kontext häufig eine Solidarisierung mit ihren »muslimischen Brüdern

und Schwestern« zu beobachten, die bei anderen Themen nicht in derselben Intensität besteht und

aus der besondere Gruppendynamiken entstehen können.

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