Pädagogische Ansätze zur Bearbeitung von ... - Migration-online

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DuRchfühRung 3

Die Fortbildung kann sowohl mit einzelnen Teams als auch mit Trägern oder mit Pädagog / innen aus

unterschiedlichen Institutionen durchgeführt werden. Um intensive Diskussionen zu ermöglichen und

einen vertrauensvollen Rahmen zu gewährleisten, sollte die Gruppe maximal 12 Teilnehmer/innen

umfassen. Eingeplant werden sollten sieben Stunden (einschließlich Pausen) oder zwei mal drei Stunden,

falls die Fortbildung an zwei Terminen stattfindet.

voRBEREItung

Ablauf und Inhalte der Fortbildung sollten stets an die jeweilige Teilnehmer / innengruppe angepasst

werden. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die im theoretischen Teil behandelten Themen, die auf das

Vorwissen der Gruppe abgestimmt werden sollten, als auch auf die wahl der Methoden. Einige Pädagog

/ innen hören gerne theoretisch-wissenschaftliche Vorträge, andere steigen aus, wenn wissensvermittlung

zu frontal und nicht praxisnah genug erfolgt. Zu bedenken ist zudem, dass z.B. auch

Pädagog / innen, die in der Arbeit mit Jugendlichen gerne spielerische Zugänge wählen, des Öfteren

nicht gerne selbst an Rollenspielen teilnehmen. In diesem Fall können die Fallbeispiele aus der Praxis

auch nur diskursiv bearbeitet werden.

Für den Input zum Thema Antisemitismus kann eine Power-Point-Präsentation vorbereitet werden.

Benötigt werden zudem Moderationskarten, Stifte, Pinnnadeln, Klebepunkte sowie ein oder zwei

Pinnwände. Für den Fall, dass den Teilnehmenden keine Situationen einfallen, in denen sie mit antisemitischen

äußerungen konfrontiert waren, sollten die Moderator/innen reale oder erdachte Fallbeispiele

vorbereitet haben.

ABlAuf

Im ersten Teil der Fortbildung stellen sich Seminarleiter / innen und Teilnehmende zunächst in einer

kurzen Runde vor und teilen sich gegenseitig ihre Erwartungen an die Fortbildung mit. Die Fortbildungsgeber

/ innen stellen Ziele und Ablauf des workshops vor und gleichen sie mit den wünschen

der Teilnehmenden ab. Sie machen gleich am Anfang deutlich, dass sie im Hinblick auf die zu bearbeitenden

Fälle keine Ratschläge geben, sondern die Multiplikator / innen darin unterstützen werden,

im kollegialen Austausch individuelle Handlungsoptionen zu erarbeiten. Alle Beteiligten sollten sich

über einen vertrauensvollen Umgang miteinander verständigen, bei dem davon ausgegangen wird,

dass sich alle Teilnehmenden anti-antisemitisch positionieren wollen und gegenseitige Anschuldigungen

und Vorwürfe daher fehl am Platz sind.

Um sich in die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema einzustimmen, verständigen sich die

Teilnehmenden in einzelnen Paaren zunächst darüber, was sie persönlich unter Antisemitismus verstehen.

Sie einigen sich auf eine gemeinsame Definition und schreiben diese auf eine Moderationskarte.

Zum Abschluss dieser ersten Einheit werden die unterschiedlichen Definitionen der einzelnen

Paare in der Gruppe vorgestellt und diskutiert.

Im nächsten Schritt geben die Fortbildungsleiter / innen einen kurzen, auf den Kenntnisstand und die

Interessen der Gruppe abgestimmten Input zum Begriff Antisemitismus, seine Erscheinungsformen

sowie seine Ursachen und Funktionen. Da bei einem solch komplexen Thema die Gefahr besteht, in

wenigen Minuten frontal so viel wissen wie nur irgendwie möglich vermitteln zu wollen und damit

die Zuhörer/innen zu überfordern, wird empfohlen, die Teilnehmenden einzubeziehen und möglichst

dialogisch vorzugehen. Ein besonderes Augenmerk sollte anhand von konkreten Beispielen auf der

Differenzkonstruktion liegen, die dem Antisemitismus zugrundeliegt, sowie auf den Möglichkeiten,

in der Reaktion auf antisemitische äußerungen aus ihr auszusteigen.

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Diese wurden ursprünglich für die politische Bildung gegen Rechtsextremismus und Rassismus entwickelt und insbesondere

vom Projekt »BildungsBausteine gegen Antisemitismus« für dieses Thema angepasst.

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Eine Anleitung zur Durchführung der Fortbildung finden Sie unter www.amira-berlin.de.

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