A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1908)

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A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1908)

308 l. v. méhely

Der Condylarfortsatz ist von ähnlichem Bau wie bei Spalax, er

strebt schief nach rückwärts und aufwärts, wobei er auch eine etwa 45grädige

Einknickung nach einwärts erleidet (Taf. II, Fig. 3), wogegen

sich dieser Fortsatz bei Tachyoryctes fast senkrecht emporhebt (Taf. II.

Fig. 4). Eine besonders charakteristische Eigenschaft des Prospalax-Ynterkiefers

besteht darin, dass das hintere Ende des Condylarfortsatzes

mit der oberen Ecke des Angularfortsatzes durch eine etwas wellig verlaufende,

scharf ausgesprochene Crista verbunden wird (Taf. II,

Fig. 3) und in dieser Beziehung dem Unterkiefer von Tachyoryctes (Taf.

II, Fig. 6) sehr ähnlich ist, von dem der Spa lax-Arten aber beträchtlich

abweicht, da bei den letzteren die vom Hinterrand des Condylarfortsatzes

entspringende kurze Crista schon am Grunde des Alveolarfortsatzes, am

Rande der vor dem Angularfortsatz befindlichen tiefen Mulde erlischt

(Taf. III, Fig. 1—3).

Der Kronenfortsatz ist abgebrochen, aber seine breite Basis und

die Entfernung deren hinteren Endpunktes von dem Condylarfortsatz

(Taf. II, Fig. 1) bekundet deutlich, dass die zwischen demselben und

dem Condylarfortsatz befindliche Einbuchtung gerade so schmal gewesen

ist, wie am Unterkiefer des Tachyoryctes (Taf. II. Fig. 4). Die

Krümmung des Kronenfortsatzes war aüem Anschein nach der bei Spalax

ähnlich, hierauf deutet wenigstens die ähnliche Form der vorderen

Grenzlinie und deren tief unter der Backenzahnreihe befindliche

Ursprung, wogegen diese Linie bei Tachyoryctes hoch am Alveolarrand

der Molaren entspringt. Die scharfe Spitze dieses Fortsatzes kam

wahrscheinlich ebenso nahe dem Condylarfortsatz, wie bei Tachyoryctes.

Ausser den oben angeführten Charakteren ist der Unterkiefer von

P)*ospalax noch durch folgende Eigenschaften ausgezeichnet: in der

Gegend des zweiten und dritten Backenzahnes sind die Alveolen napfförmig

verbreitert (Taf. IV, Fig. 2), die Seitenwand derselben ist am

Oberrand lippenförmig auswärts gestülpt und am Grunde der Innenwand

verläuft eine tiefe Furche (Taf. II, Fig. 2), Charaktere, die weder bei

Spalax, noch bei Tachyoryctes vorkommen.

*

Aus der obigen Beschreibung ist es ersichtlich, das der Prospala.r-

Unterkiefer in seinen Hauptcharakteren ganz nach dem Typus des

Trachyoryctes-Vnterkieiers gebaut ist, betreffs einiger Eigenschaften

nähert er sich jedoch ganz unverkennbar dem von Spalax. Die Form

des Angularfortsatzes, die Lagerung des Alveolarfortsatzes, die den Condylarfortsatz

mit dem Angularfortsatz verbindende Crista und die Nähe

der Kronen- und Condylarfortsätze deuten noch auf den Tachyoryctes-

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