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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums

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44 Der Segan. wro m ,r6ni pdtoA mn rai ivnnn wöw bics ia smr "Di yob ah tos irxi 1^2? rwo mra Sd rnnn. Es bedarf keines Scharfblickes, um sofort zu sehen, daß die Worte 1 YTinn WDt»* "Dl pBn "p ? "DI Wan "1 den Zusatz zur M. 1,1 unterbrechen, daß sie selber ein additamentum zu M. 1,5 bilden und demnach erst nach AI. 1,8 am Platze sind. Damit ist jeder scheinbare Gegensatz zwischen Mischnah und Tosifta aus der Welt geschafft, und Schürer hat das Recht verloren, die Mischnah gegen die Tosifta ins Treffen zu führen. Die Vertretung in der Mischnah stammt aus dem J. 17— 18 n. die in der Tosifta aus dem J. 63 n. Die Begründung der Maßregel hat hier einen ganz anderen Sinn als dort. In der Mischnah bedeutet ^IDÖ levitische Verunreinigung, in der Tosifta eine ungültige Funktion. R. Chaninah, der Segan berichtet, neben der Beeidigung des Hohepriesters auf das Jörn Kippur-Rituale, sei seine eigene Bestellung zum Ver- treter deshalb als eine Notwendigkeit erkannt worden, damit, falls durch den Hohepriester eine Amtshandlung possul werden sollte, er die Funktionen übernehme. Der Mischnah-Redak- teur hatte keine Veranlassung, einer Maßregel zu gedenken, die nie zu Anwendung kam; wohl aber durfte sie die Tosifta, um M. 1,5 zu ergänzen, nicht mit Stillschweigen übergehen. Es besteht mithin kein Gegensatz zwischen Mischnah und Tosifta, und damit ist der Einwand Schürers gegenstandslos geworden. Wenn er jedoch p. 265 den Segan als den arnaTrffoq zoo hpöo hinstellt, so erinnere ich zunächst, daß Schürer selber 9 Seiten weiter unten also schreibt: „Ein Tempelhauptmann machte bei Nacht die Runde, um sich von der Wachsamkeit der Posten zu überzeugen. Dieser Tempel- hauptmann heißt nDn nn ^X. Außerdem kommt gelegentlich noch ein HTDil ETX vor. Da diese Sprache der Mischnah zur Bezeichnung des äußeren Tempelplatzes, auch da wo er vom innern Vorhof unterschieden wird, kein anderes Wort hat als n^n "in, so wird unter dem JTDn in tt^X ein Tempelhauptmann zu verstehen sein, welcher die Aufsicht über den

Der Segan. 45 äußern Vorhof, unter dem nTSH ETK aber derjenige, welcher die Aufsicht über den Tempel selbst hatte". Welcher von diesen zwei Tempelhauptmännem war der Segan? Ich antworte : keiner von beiden ; der HT-H w"X nicht, weil er in keinem der Mischnah-Traktate, die vom Tempel und Kultus handeln, vorkommt, der HÖH "IH U^X nicht, weil es doch undenkbar ist, daß derselbe Priester, welcher in der Nacht die Wachen visitierte und die schlafenden Wachen mit seinem Stock bearbeitete, nächst dem Hohepriester der erste gewesen sein soll. Nein, um zu wissen, wer der Segan war, muß man schon etwas tiefer zu den talmudischen Quellen hinab- steigen. Büchler hat sich das große Verdienst erworben, einen Teil dieser Quellen bloß zu legen, er hat es mit klarem und sicherem Blick erkannt, daß sowohl die Beeidigung des Hohepriesters auf das Rituale des Jörn Kippur als auch die Be- stellung des Segan zum Vertreter des Hohepriesters durch die Mißetat Anan b. Anans veranlaßt wurde; aber abgesehen davon, daß er sich von Schürer verleiten ließ, den Segan mit dem ozpo-yh- rot) ispöu zu identifizieren, macht er diesen Tempel- hauptmann, den Inspizienten der Wachen zum Aufseher über den Hohepriester, damit dieser nicht auf sadduzäische Weise opfere. Angenommen, daß es wirklich weitere Differenzen hinsichtlich des Opferwesens zwischen den Parteien gegeben hätte, muß doch Büchler selbst zugeben, daß der Hohepriester höchst, höchst selten in Funktion getreten, und daß er dies nur angesichts der versammelten Priesterschaft getan. War eine solche Öffentlichkeit nicht die beste Überwachung? Nein, der Segan war kein Wächter und kein Inspizient der Wachen, sondern der Mann, dessen traditionelle Gesinnung über jeden Zweifel hocherhaben, eine Gewähr dafür bot, daß man niemals mehr in Verlegenheit kommen werde, falls eine als illegal erkannte Priester-Funktion wiederholt werden müßte. Schon seine Anwesenheit im Heiligtum galt als Bürgschaft dafür, daß es keinen zweiten Anan ben Anan mehr geben werde. Sehen wir nun, worauf diese Bürgschaft beruht.

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