Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

UEBER WORTZUSAMMENSETZQNG. I4I

fikationen, auf deren Motivierung im Einzelnen ich aber hier nicht

glaube eingehen zu müssen, ergeben sich auch bezüglich der

übrigen Verteilungssatzwörter. Indem ich aber dies voraussetze,

die erkenntnistheoretische Auseinandersetzung von S. 133 Z, 20 ff.

mitberücksichtige und endlich durch Einführung der Termini

„Gegenstands-, Eigenschafts- usw. -namen" (anstatt „-Vorstellungen")

meinen früheren, S. 130 Z. 27 erwähnten einseitig semasiologischen

Standpunkt aufgebe, komme ich auf folgendes neue Schema der

Redeteile, in welchem übrigens natürlich durch die Nachstellung

der Interjektionen nichts gegen deren sprachhislorisch frühere Entstehung

präjudiziert werden soll: I. Verteilungssatzwörter:

1. Subjektswörteri: primäre und sekundäre Gegenstandsnamen,

d. h. Namen primärer und sekundärer Substanzen oder Gegenstände:

a) Substantiva^: «) primäre Gegenstandsnamen: i. Übereinstimmungs-,

2. Abweichungsnamen [im Folgenden kurz durch

A, B bezeichnet]; ß) sekundäre Gegenstandsnamen: A, B; b) subst.

Pronomina: A, B; — 2. Subjektbestimmwörter: assubstantive

Eigenschafts- und adjektivische Zustandsnamen: a) Adjektiva, adj.

Numeralia und Partizipia: A, B; b) adj. Pronomina: A, B; —

3. Prädikats Wörter: Zustandsnamen: Verbum finitum: A, B; —

4. Prädikat bestimm Wörter: ad verbale Eigenschaftsnamen: Adverbia,

adverbiale Adjektiva und Partizipia: A,B; — 5. Beziehungswörter:

Beziehungsnamen: a) Präpositionen: A, B; b) Konjunktionen:

A, B; — II. Häufungssatzwörter: zumeist Gefühlsnamen: Inter-

jektionen, Bejahungs- und Verneinungspartikeln: A, B.

Es versteht sich, dafs nach alledem die etwaige Zuendeführung

oder auch nur Weiterführung dieser Studie nach dem früher

(S. 136 Z. I4ff. wiederholt) aufgestellten Schema der Redeteile

keine Existenzberechtigung hat, und ich werde darum durchaus

nach dem soeben mitgeteilten neuen Schema vorzugehen haben.

Zugleich aber geht gerade aus dieser letzten Konstatierung besonders

deutlich hervor, wie jede Änderung in den allgemein-

sprachwissenschaftlichen Auffassungen sofort auch unmittelbar bis

in die spezielle Auffassung und Charakteristik der einzelnen sprach-

lichen Gebilde, wie sie uns als Untersuchungsobjekte vorliegen.

1 Zur Erläuterung der S. 140 Z. 17 erwähnten syntaktischen Freizüjjigkeit

bei der Wortbildung wiederhole ich hier die Anm. i von Zs. 22, 324: „SelbstverständUch

soll damit nicht gesagt sein, dafs das Wort zum ersten Male

wirklich als Subjekt(bestimm)wort auftreten müfste; es genügt, wenn es, ohne

seine Wortart zu ändern, auch als Subjekt(beslimm)wort verwendbar wäre;

so kann z. B. aus dem Satze cette plante est une aubepine oder les fleurs de

Vauhepine sont blanches das Wort aubepine ohne weiteres, ohne einer kategorialen

Verschiebung zu bedürfen, in faubepine est une plante als Subjeklswort

verwendet werden , währeud rouge aus ce drap est rouge erst durch

kategoriale Verschiebung als Subjektswort in le rouge de ce drap ne 7ne platt

guere tauglich wird, dagegen ohne weiteres als Subjektbesiimmwort z. B. in

ce drap rouge . . . brauchbar ist. Das Gleiche gilt mutatis mutandis auch

von den übrigen Redeteilen (Wortarten)." Vgl. dazu S. 165 Z. I fF.

* Einschliefslich subst. Infinitive, vgl. S. 140 Z. 41 if.

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