Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

UEBER WORTZUSAMMENSETZUNG. 143

Analyse der einzelnen adverbialen usw. Komposita und weiterhin

ihre natürliche Systematik hängt, schon jetzt vorzunehmen, fühle

ich mich leider aufser stände. Denn dazu gehört vor allem eine

nach Hunderten zählende Menge von historisch-syntaktischen Einzeluntersuchun'gen,

zu denen mir jetzt die Mufse fehlt, und ich weifs

auch noch gar nicht, ob das französische Sprachmaterial, soweit es

historisch überliefert ist, dazu ausreichen oder sich etwa in gröfserem

Umfange dessen Ergänzung aus anderen Sprachen nötig machen

wird, um dann aus deren Analogie wiederum die einzelnen franzö-

sischen Bildungen verstehen zu können. Ich mufs also diesen

Teil der Arbeit angesichts solcher Schwierigkeiten wohl oder übel

vertagen und sehe mich derzeit nur in der Lage, die Darstellung

bis an die Grenze der Adverbialkomposition zu führen.

Dies alles vorausgesetzt, sind nunmehr zu dem, was im Gegen-

satz zu diesen allgemeinen Vorbemerkungen als die

Fortsetzung der Einzeldarstellung

bezeichnet werden kann, nur wenige Worte spezieller Einleitung

nötig. Vor allem wird natürlich die Hauptrubrik von Zs. 22, 441 1

im Verfolg von S. 1 30 Z. 29 ff. ändernd mit dem sodann Folgenden

in Einklang zu bringen sein (S. 145 Z. i ff.). Fernerhin aber

wolle man 1. nochmals das S. 141 Anm. i über syntaktische Frei-

zügigkeit bei der Wortbildung Gesagte wohl beachten und ferner

2. stets berücksichtigen, dafs ich auch innerhalb des S. 151 Z. 6 ff.

gezogenen Rahmens für die Beispiele in der Regel nur solches

Material verwerte, das ich für etymologisch sicher halte. Zweifelhafte

Fälle zu behandeln, wird Gegenstand einer keineswegs von

mir allein zu leistenden Nachlese sein müssen, bezüglich deren

Ergebnis ich nur jetzt schon mit Bestimmtheit sagen zu können

glaube, dafs dadurch das von mir jetzt gebotene System der Komposita

im ganzen und grofsen keine Alteration erleiden wird: Es

wird sich um die Einfügung von neuen Beispielen in die bestehenden

Kategorien, eventuell (und dies gewifs auch) um die

Neuschaffung und Verschiebung, vielleicht auch Unterdrückung von

Unterkategorien handeln, aber nicht um Beseitigung von Hauptbegriffen

wie insbesondere „Übereinstimmungsnamen" und „Abweichungsnamen",

denen sich alle Komposita, auch die Adverbia

usw. unbedingt fügen. 2 Desgleichen darf ich, wie ich glaube, der

Ergänzung dessen, was ich von grammatisch-formalen Kategorien

in das System hineingearbeitet habe, mit Beruhigung entgegen-

1 Sie lautet: „Erste Klasse: Subjektswörter. Erste Ordnung: Substantiva.

Erste Familie: Gegcnstandsvorstellungen.'"

2 [Korrekturnote. Vgl. auch S. 1 30 Z. 37 ff. Eben finde ich bei J. von

Rozwadowski, „Wortbildung und Wortbedeutung" in dessen „Ideniifizierungsund

Unterscheidungsnamen" eine Aufieilung des Wortschatzes, die sich mit

meiner (unsre Unabhängigkeit ist gegenseitig) nahe berührt. Ich freue mich

dessen, kann aber v. R. nicht überall folgen, weder theoretisch noch in praxi;

insbesondere erkenne ich daneben keine „Wurzelwörter" an, sondern sehe in

diesen uuetymologisierbare „Übereinstimmungsnamen".]

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