Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

UEBER WORTZUSAMMENSETZUNG. 145

Erstes Reich: Verteilungssatzwörter.

Erste Klasse: Subjektswörter.

Erste Ordnung: Substantiva.

Erste Familie:

Primäre Gegenstandsnamen.

Dazu gehört nach wie vor, mit hier nicht vorzunehmenden

Modifikationen im einzelnen, die Spezialdarstellung Zs. 22, 441 fF.,

2^, 288 ff., 24, 465 ff., und daran schliefst sich unmittelbar an:

Zweite Familie:

Sekundäre Gegenstandsnamen.

Als „sekundäre Gegenstände" haben wir, das S. 140 Z. 27 ff.

Angedeutete näher ausführend, substanziierte Eigenschaften oder

Zustände anzusehen, d. h. solche Eigenschaften oder Zustände,

welche aufser in der logischen Realkategorie der Akzidenz auch

in derjenigen der Substanz gedacht werden, ohne dafs sie also

dabei ihres logischen Grund- (d. h. des Akzidenz-) Charakters gänz-

lich entkleidet würden. Die ursprüngliche Entstehung solcher

sekundären Gegenstände ist typisch so, dafs in einem neuen Urteil

der bisherige Akzidenz- (Subjektbestimm- oder Prädikats -)Begriff

eines früheren Urteils zum Subjekts-, oder, was dasselbe ist, Substanzbegriff

eben des neuen Urteils gemacht wird: Es geht so etwa

aus dem Subjektivbestimmbegriff „blau" des frühern Urteils „der

blaue Stein fällt", bezw. aus dem Prädikatsbegriff „fällt" des gleichen

Urteils der Subjekts- (Substanz-) Begriff „Blau" bezw. „Fallen" des

neuen Urteils „das Blau des Steines ist schön" bezw. „das Fallen

des Steines erfolgt rasch" hervor, und „Blau" ist nun eine substanziierte

Eigenschaft, „Fallen" ein substanziierter Zustand. Beide

aber sind sie nunmehr, unbeschadet ihres ursprünglichen Akzidenzcharakters,

Angehörige der logischen Realkategorie „sekundärer

Gegenstand". Und auch ihrem sprachlichen Ausdruck nach vereinigen

sie sich in der Kategorie „Substantiv" (der auch die

substantivischen Infinitive zugezählt werden müssen, insofern sie

Substantivflexion bewahrt oder angenommen haben) nicht nur miteinander,

sondern auch mit den Ausdrücken für „primäre Gegenstände",

deren wir, soweit sie Komposita sind, in unsrer „ersten

Familie" eine grofse Anzahl verschiedenster Bildungstypen kennen

gelernt haben. Dennoch ist, sobald man nicht nur einseitig auf

die Bedeutungsformen, sondern auch auf die Lautungsformen der

„sekundäre Gegenstände" repräsentierenden Gebilde Rücksicht nimmt,

eine Scheidung der substanziierten Eigenschafts- von den sub-

stanziierten Zustandsnamen durchaus nicht zu verkennen. Es ist

nämlich z. B. die Form des Infinitivs durchaus für den Ausdruck

der letzteren Kategorie reserviert, wie anderseits z. B. das Suffix

-heü durchaus für den Ausdruck der substanziierten Eigenschaft

(vgl. das Schönen [des Weines], aber die Schönheit). Und so werden

Zeitschr. f. rom. Phil. XXIX. 10

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