Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

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W. FOERSTER,

im Einzelausdruck, jedesmal, wenn dieselbe Situation oder

derselbe Gegenstand oder dieselbe Handlung vorkommt,

auch stets denselben Ausdruck, dieselbe Zeile, dieselbe

Wendung, dasselbe Wort gebraucht. Diese Eigenart ist so

auffällig und in die Augen springend, dals sie keinen besonderen

Beweis erheischt. Dies ist ein sicheres Mittel, um einzelne Verse

oder Worte zu bessern. So z. B. heifst darin die Ehefrau stets

moillier, so von Karls Frau 5. 234. 364., ebenso Hugos Frau 330.

401, 444. — nur 822 steht femme, wo moillier nicht pafst. Alle

diese Verse sind bis auf einen tadellos — der eine (330) hat

eine Silbe zu viel: E vitit sus al paleis u out sa muiller veue, was

^2-4 nach Suchier in s'oissor geändert hat. Oissor ist unserem

Text fremd und die Vergleichung der obigen Stellen lehnt es entschieden

ab. Die richtige Besserung liegt auf der Hand: E viiit

sus al palais, s'out sa moillier veue.

Wenn wir uns unter demselben Gesichtspunkte die Stelle 296

arel näher ansehen, so stellt sich folgendes heraus: Hugos goldener

„Pflug" wird erwähnt 283. 2Qy. 317. 320 und heifst stets cliarruel

Es wäre nun sehr merkwürdig, dafs auf einmal dasselbe Werkzeug

einen ganz fremden Namen bekommen sollte, um so mehr [hier

sehe ich mich gezwungen, vorzugreifen, s. weiter unten] als arere

und charrue zwei ganz verschiedene Werkzeuge sind. Hätte also

der Verfasser im Vers 296 vom „Pflug" reden wollen, so

konnte er nur charrue gebrauchen.

Wir sahen aber, dafs gerade an der Stelle gar kein Zwang

vorliegt, im Text einen „Pflug" anzunehmen — es pafst genau so

gut der Begriff" „Pflügen". Damit ist aret der Hs. verurteilt, und

man bessert am einfachsten arer, was ich s. Z. vorgeschlagen habe.

Zwar K stützt sein arere mit den Übersetzungen — diese sind

aber so frei, dafs sie nicht entscheiden können; sie gehen nicht

nur mit dem Wort oder dem Vers, sondern mit der Erzählung

selbst ziemlich frei, manchmal nur zu frei um. Sie können aber

überhaupt nie entscheiden, wenn andere Gesichtspunkte oder Gründe

gegen sie sprechen — K hat dieselben in seinen Anmerkungen

so überschätzt, dafs eine vollständige Revision und Korrektur gerade

dieses Teils seiner Arbeit unvermeidlich ist. Are ,Jabourage'\ das

G. Paris und das K in einer von Godefroy zitierten Stelle ünden

will, pafst nicht ebensogut: conduire son labourage ist recht ungenau,

das „Geackerte" statt das „Ackern oder Pflügen". Die Bedeutung

„das Pflügen, Ackern" = labourage, die aratum > aret, ari haben

soll, ist auch nicht ganz sicher. Denn die in God. aus la baiaille

de 2)0 Englois zitierte Stelle travaillier en l'ere kann nur „Acker-

land, Acker" bedeuten, also gleich God.s erstem Zitat, wo are

neben champ steht. Ebenso steht es mit Du Gange aratum i., das

er mit aratio erklärt, das aber nur = aratum, das Geackerte, sc.

Land = Acker bedeuten kann. Man urteile selbst: de opere rurali,

id est, arato vel vineä vel sectione, messione . . . Aratum steht also

ganz gleichbedeutend mit vinea ,Weinberg'. Wenn es also auch,

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