Zeitschrift für romanische Philologie

scans.library.utoronto.ca

Zeitschrift für romanische Philologie

I4S O. DITTRICH,

Substanz entstehen und auch durch die aktuelle Betätigung der

Substanz aufgezehrt werden, während diese selbst weiterbesteht.

Und diese Grenzbestimmung gilt natürlich 4. auch von den Begriffen

substanziierter Eigenschaften und Zustände, mit denen wir es hier

insbesondere zu tun haben, und zu deren Einzelbetrachtung, insofern

sie Bedeutungen sekundärer Gegenstandsnamen sind, wir nunmehr

übergehen. Und zwar handelt es sich zunächst um die

Erste Gattung: Substantivische Eigenschaftsnamen.

Die Zahl der Komposita, welche mir hier zu Demonstrationszwecken

zur Verfügung steht, ist ziemlich gering. Denn es fällt

verschiedenes teils als Ableitung, teils als Bedeutungsentwicklung

weg, was man bei oberflächlicher Betrachtung hieh'er zu ziehen

geneigt sein möchte (vgl. die Anm. i). Immerhin genügt das, was

ich von sicheren Kompositis habe finden können, durchaus, um

das bisher über die Natur des Eigenschaftsbegriffes, dessen Substanziierung

und dessen besondere substantivische Ausdrucksformen

Gesagte zu erhärten. Wir haben nämlich, um im Rahmen der Ausdrucksforraen

zu bleiben, auch hier

A) Übereinstimmungsnamen, als deren Beispiele toute

bonte, presque certitude, presque totaliie, presque unaniviite zu nennen

sind. Denn in toute bonte ist das i. Glied (bonte, vgl. S. 136 Z. ö ff".)

sichtlich der Ausdruck einer substanziierten Eigenschaft, die im

2. Glied hinsichtlich ihres Grades charakterisiert wird, und die

Bildung ist somit ganz analog etwa dem in Zs. 22, 450 erwähnten

Worte hyperc;-///'^«^ (Erzkrittler) aufzufassen; und für presque iotaliti

usw. gilt das, was Zs. 23, 300 über Bildungen wie p6nombre, pres-

qu't/e gesagt wurde. Natürlich aber mutatis mutandis: es ist hier

die substanziierte Eigenschaft „Gesamtheit" usw., die zunächst in

totalite usw. einen annähernd adäquaten Ausdruck findet, aber dann

im 2. Glied des Kompositums als eben nur „beinahe", presque, sich

mit dem Nominandum, d. h. eben der „Beinahe -Gesamtheit",

deckend charakterisiert wird. Dagegen ist es bezüglich Bildungen

wie quasi-dVd^r«///, -Ugiiimite deutlich, dafs sie bereits den

B) Abweichungsnamen, und zwar der i. Spezies von

deren 1. Untergattung zu subsumieren sind. Wenn nämlich nach

Zs. 23, 296 dieser i. Spezies die Bildungen angehören, bei denen

das I. Glied des Kompositums ein mit dem Nominandum nur entfernt

ähnliches Ding bezeichnet, so wird das Hiehergehören von

quasi-//^r/«// aus dem in der Anm. 2 Mitgeteilten klar; quasi-A^g'///-

1 Ableitungen sind z. B. w^'(^/a«?'wzz/(/ Mediumschaft (v. mMianimique);

incuriosite , inauthenticite , impertinence (v. curiosüe usw.); impermanence

(v. permanence); discontinuite (v. discontinu, X, d. h. unter Einwirkung von

continuite); Bedeutungsentwicklungen von pied bot „Klumpfufs", pied

plat „Plattfufs" sind die gleichlautenden, mit der Bedeutung einer gewissen

„difFormile" ausgestatteten Wörter, wie aus dem Anfang des Artikels pied

bei DHT. hervorgeht.

2 MN. 228: Les uns ont la soliditö, la quasi-6ternite de l'arbre; der

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine