Zeitschrift für romanische Philologie

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UEBER WORTZUSAMMENSETZUNG. I49

mUe^ aber fällt hieher wegen der ironischen Färbung des quasi,

mittelst dessen das Nominandum als von der wirklichen „legitimitd"

doch recht weit abliegend charakterisiert wird. Über die Angehörigen

der 2. Spezies, die nach Zs. 23, 300 in ihrem i. Glied

den Ausdruck eines mit dem Nominandum kontrastierenden Dinges,

in ihrem 2. Glied eine Negation enthalten, ist hier kein erläuterndes

Wort mehr nötig; daher nur einige Beispiele: vcapiideur, 'mcatideur,

mcompadte, -connexite, -sincerite, -soUdarite (es gibt ziemlich viele

dieses Typus). Und auch über die Vertreter der in Zs. 22^1 301

näher charakterisierten 2. Untergattung ist nicht viel zu sagen.

Denn es sind ihrer nur wenige. Zwei davon i^owi^-presence, toutescience)

zeigen uns, wenn wir das in der Anm. 2 Mitgeteilte berücksichtigen,

wie Namen, die sich bei genauerer Analyse als substantivische

Eigenschaftsnamen entpuppen, substantivische Zustandsnamen

vortäuschen können; die ursprünglichen Zustände presence und

scierice sind durch Ätemisierung Attribute der gleichfalls ewigen

Gottheit geworden und weisen nun in diesem Zusammenhange das

S. 147 Z. 36 ff. angegebene Charakteristikum der Eigenschaftsbegriffe

auf. Ein ähnliches, aber in gewissem Sinne entgegengesetztes

Kriterium ermöglicht die Ausscheidung des scheinbar hiehergehörigen

Wortes passe-violet (s. die Anm. 3), so zwar, dafs hier nur noch

enrö/ure^ zu nennen ist, eine Bildung, die uns zugleich zur Besprechung

der grammatischen Formen führt, welche sich bei den

substantivischen Eigenschaftsnamen beobachten lassen. Für die

Übereinstimmungsnamen ist die natürliche Form des I.Gliedes

(das hier, wenigstens in den oben angeführten Bildungen, stets

zugleich Hinterglied ist) die des Substantivs, und zwar des Sub-

stantivs mit einem Suffix ausgeprägt substanziiert- eigenschaftlicher

Bedeutung (-//, -///, -tiide). Das 2. Glied hat teils Adverbialform

[presque), teils Adjektivform {ioute). Ersteres ist nicht weiter auffallend,

denn Verwendung von Adverbien als Attribut von Sub-

stantiven kommt ja auch sonst oft genug vor (vgl. presqu'?/^).

Letzteres (die flektierte Adjektivform) wäre, wenn hier nicht offen-

Zeitlichkeit fehlt aufser der Dauer alles Wesentliche der Ewigkeit. — * S.:

Quasi-Legilimität (besonders Louis Philipps). Die Abstammung Louis Philipps

führt bekanntlich auf eine natürliche Tochter Ludwigs XIV und der Montespan

zurück. — ^ l^.: \.o\\\.e.-presence: q-aaXiiQ de l'Etre supreme, qui est

present partout; ioMtt- sc le nee: q. de l'E. s., qui sait tout, qui conn.iit tout.

Dafs toute-puissance bei der Bildung mitgewirkt hat, i^t sicher, aber nicht

geeignet, diese Komposita ebenso als Ableitungen erscheinen zu lassen, wie

toute-puissance Ableitung von \.ox!X-pitissant ist: *\.o\xt-present bezw. *toutscient

haben niemals existiert. — ^ L.: couleur que le fer ou l'acier acquiert

ä un certain degre de feu. Läfst man sich durch die Definition von „Farbe"

als einer Eigenschaft leiten, so würde man geneigt sein, die Bildung hierher

zu ziehen; hält mau sich dagegen richtigerweise auch an das „acquiert", so

hat man den Färb zu stand vor sich, den der Stahl annimmt, indem er „das

Violett [in der Farbenreihe] überschreitet". — * DHT. : dimension et forme

du cou: die Eigenschaft ,,in Bezug auf [en : en fait de] den Hals" (bes. des

Pferde); also Charakteristik durch den Teil der Substanz, den die Eigenschaft

betrifft, und eine allgemeine Beziehung (en).

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