Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

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O. DITTRICH,

barer Einflufs von ioute-puissance vorläge, geeignet, ein grammatisches

Kriterium dafür abzugeben, dafs tatsächlich bei der Bildung

von ioMie-bonle keine Herauslösung von bon, nähere Bestimmung

durch ioui und parasynthetische Vereinigung zu *tout-bon-/£; mit ,

erst nachträglicher Konkordanz zu toute-boitte stattgefunden habe,

ein Vorgang, der das Wort als Abweichuiigsname erscheinen lassen

müfste. Aber auch dieses grammatische Kriterium wäre nicht unbedingt

sicher: Bildungen wie X.owX.o.-saine'^ zeigen, dafs ganz analoge

Konkordanz des Adj. mit dem Subst. auch bei sicheren Abweichungsnamen

vorkommt. Es bleibt also, da die grammatische Form des

2. Gliedes hier irrelevant ist, für die Entscheidung, ob Übereinstimmungs-,

ob Abweichungsname, nur der methodologische Grundsatz,

dafs im Zweifelsfalle die einfachere Annahme zu bevorzugen

sei. Nun ist aber die Annahme, in bonte liege ein klarer, bereits

geprägter Ausdruck einer substanziierten Eigenschaft vor, die nur

noch ihrem Grade nach (ausdrücklich durch das 2. Glied toute)

näher zu bestimmen sei, entschieden einfacher und natürlicher als

die bereits früher (oben Z. 2 ff.) abgewiesene Annahme, durch die

toute-3(?«/^' als Abweichungsname erschiene. Und ähnlich wird die

Dignität grammatischer Formen auch in künftigen Fällen zu be-

urteilen sein. . . Was die Abweichungsnamen betrifft, so ist

für deren i. Untergattung die gegebene grammatische Form des

I. Gliedes wiederum die des Substantivs mit einem Suffix ausgeprägt

substanziiert-eigenschaftlicher Bedeutung [-iü, -eur [lat. -or]),

während das 2. Glied ebenso natürlich attributivische Adverbialform

[quasi) oder Präfixform {in-, im-) annimmt. Für die 2. Untergattung

ist die nächstliegende Form die des Parasynthetons (en^ö/ure), über

die schon Zs. 23, 306 ff. gehandelt ist, und zwar die des Parasynthetons

mit einem Suffix ausgeprägt substanziiert-eigenschaftlicher

Bedeutung [-ure); im vorliegenden Falle ist, wie man sieht, das

I.Glied ein Subst., das 2. Glied eine Präposition. ToviiQ -pr^sence

und ionie- science täuschen, wenn man nicht berücksichtigt, dafs

prisence und science keine ursprünglichen substantivischen Eigenschaftsnamen

sind, Übereinstimmungsnamen der Kategorie toutebonte

vor. Macht man sich aber klar, dafs die Umwandlung des

ursprünglichen substantivischen Zustandsnamens prcsence bezw. sciaice

in einen substantivischen Eigenschaftsnamen erst bei der Bildung

des Kompositums erfolgt, so entgeht man sowohl der oben (S. 14g

Z. 14 f.) erwähnten Verwechslung der fraglichen Komposita mit substantivischen

Zustandsnamen als ihrer Subsumption unter den Typus

toute-(5ö7//

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