Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

DER PFLUG IN FRANKREICH ETC. 5

wie die folgenden seciione, messione die Arbeit auf dem Acker

{ppere rurali) bedeutet, so ist doch dabei nur derselbe Tropus anzunehmen,

wie bei vinea, das hier „Arbeit im Weingarten, Bearbeitung

des Weingartens" bezeichnet, ohne dafs man vinea im

Wörterbuch als = ciilture de la vigne führen wird. — Freilich wir

haben noch einen andern Ausweg.

Schon Du Gange bemerkt richtig, dafs altfr. aree = stilacs

„Furche" ist (s. weitere Belege bei Godefroy), so dafs auch mit

der Hs. si d conduit sun aree (statt ard-, gelesen werden kann,

wo der Engländer natürlich das Geschlecht verwechselte (vgl. sein

honor als Masc. 367), mithin in der Vorlage s'aree gestanden haben

müfste. Man könnte dann nur einwenden, dafs aree und reie der

folgenden Zeile eigentlich identisch sind. Es hiefse aber doch

eigentlich: „so geschickt zog er die Pfluglinie, dafs die Furche

gerade war wie eine gespannte Linie". Es wäre also geschieden:

die Art des Pflügens und das fertige Ergebnis derselben.

IL

So lautete die Stelle in meinem Kommentar zu Karls Wall-

fahrt. Unlängst nun fiel mir ein, wie ich es jetzt möghchst oft

zu tun pflege, das Wort charriie in Gilli^ron-Edmonds Atlas linguistique

nachzuschlagen. Zuerst nahm ich das Nordfranzösische

vor, wo natürlich a priori der Typus charrue vorherrschen mufste.

Und richtig, das ganze Gebiet hat starküberwiegend dies Wort,

aber arere ist gleichfalls vertreten. Was die landschaftliche Verbreitung

oder Verteilung anlangt, so lehrt eine rasche Durchmusterung,!

dafs charrue ganz oder fast ausschliefslich in der

Bretagne, Anjou, Norraandie, Pikardie mit Vermandois, Blois, Ile

de France, Zentrum, Hennegau, Champagne, Lothringen, Nivernais,

Franche-Comt6, Burgund, West-Schweiz vorkommt. Arere dagegen

beherrscht den Nordosten; die nördliche Wallonie zeigt es fast

ausschliefslich, während in der südlichen Wallonie und in Luxemburg

wieder charrue auftritt, um bis nach Savoyen und Aostatal

durchzugehen. Man findet also arere (natürlich in verschiedener

Entwicklung, deren Besprechung unserem Zwecke ganz fernliegt)

199. 196. 194. 193. 192. 191. In 194 findet sich daneben charrue,

ebenso 192. 183. 195. Dabei kann man einzelne Oasen entdecken;

so findet sich arere mitten im charrue-Qi^\)\Q\. in N. 57 und 187.

Wie man sieht, kennt das Französische nur charrue (stark überwiegend)

und arere (auf den NO. beschränkt). Andere Bezeichnungen

finden sich im Französischen so gut wie gar nicht. Es ist ein

dunkles Icü 286. 287. 284 (Pikardie) zu verzeichnen; steckt darin

aratrwn > arere >• alere > lere und dann wie in IQQ aratrum >

aräu gab, ein leü} Man denke an die vielen Orte, wo aratrum

1 Da dieser Aufsatz nur auf diese interessanten Fragen aufmerksam

machen will, wurde keine Vollständigkeit angestrebt.

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