Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

DER PFLUG IN FRANKREICH ETC. 7

Pfluges in den einzelnen Gegenden nicht zu treffen. Hier müfste

also in den einzelnen Patoiswörterbüchern nachgesucht werden,

wo eine nähere Angabe darüber enthalten ist. Dabei wird man

auch noch auf andere Unterscheidungen der einzelnen Namen

stofsen. So z. B. hat Forir charrue als Pflug ohne nähere Bezeichnung,

ere aber als soc d'une charrue. Auf solche Dinge achtete

auch der umsichtige Edmond; man lese die Legenden zu 20 verschiedenen

Ortschaften nach. Darnach bezeichnet leü 284. 285.

286. 287 ratKieniie charrue sans avani-irain. Lehrreich ist 528,

das oben schon erwähnt worden ist. Dafür sind drei Formen

verzeichnet l. carü, 2. arö, 3. versur. Zu 2. ist bemerkt: aftdenne

charrue, zu 3. eh. avec avani-irain. Was ist aber i., das nicht er-

klärt ist?

Arairum > araire ist im Südfranzösischen und Provenzalischen

überall verbreitet — offenbar ist hier der Ackerbau und

seine Entwicklung mehr stationär geblieben und gegen den Norden

rückständig. Mistral erklärt es denn auch als charrue simple, sans

avatii-irain, 7ii couire, während ex carrü{i)o als charrue ä avani-irain

erklärt; s. v. carru{g)o lernen wir das Wort in Rouergue gar in der

Grundbedeutung: tombereau ä hoeufs, ä im seul Union kennen. Es

geht vom Ozean bis über die Kottischen Alpen nach Italien, und

zeigt sich in den mannigfaltigsten Entwicklungen. Ganz vereinzelt —

fast immer neben arairutn — findet sich über das ganze weite Land

ein carruca eingestreut, so im Norden und Süden der Gascogne,

dann im Dep. Gers, Lot-et-Gar., Dordogne, Correze, Cantal, Aveyron

718. 727. 728. 737. 748, Haute-Loire 812. 813. 815. Loire 816,

Gard 842. 862. 863. 871, Drome 837, Vaucluse 864. 865, H.-Alpes

866. 868. 971, Isere 940. 849. 942. 952 (alle ausschliefslich!).

Eine Ableitung (caro/o) findet sich in den Pyrenäen 872, wo daneben

871 und weiter nach Westen 778 noch reines carruca sich

findet. Mistral verweist unter charruio noch auf folgende Abarten

des Pfluges:

doublt ,.,araire muni d^un soc un peu plus gros que celui de

Varaire simple et iire par deux beies", daher wohl der Name; dann

fourcai'A „araire simple, sans coutre ni avani-irain, ei iiri par

tm seul cheval" (der Name stammt vielleicht von der Gabeldeichsel,

in der das Pferd steckt) und endlich

selouiro (Dauph. seluiro) „charrue ä couire ei ä versoir'\ Über

dieses Wort s. weiter unten.

Bevor ich kurz die andern im Atlas gesammelten prov. Ausdrücke

sammle, möchte ich noch auf die überreiche Gestaltung,

die araire in den einzelnen Gebieten erfahren hat, hinweisen. Davon

interessieren uns die Formen wie

1 Ein Zitat gibt uns dafür auch Liitre s. v. araire aus O. de Serres

117: une seule beste y suffit ,

les Provengaiix , Dauphmois

tirant le soc . . avec uue sorte d'araire, que

et ceitx de Languedoc afpellent fourqiiat.

Es fehlt im Sachs, wohin es eigentlich gehören würde.

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