Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

lO W. FOERSTER,

Das Wort ist in Oberitalien weit verbreitet, siloria , sloria, sloira,

von Diez bereits für das Piem., sdloira für das Lombardische (wohl

nach Biondelli) verzeichnet, dessen Herleitung vom französischen

silier „das Meer durchfurchen" = nord. s^la bei dem oberital.

Wort sehr auffällig wäre, auch wenn schwere lautliche Bedenken

nicht obendrein noch vorhanden wären. Bereits Du Gange ver-

zeichnet unser Wort s. v. celorta, celoyra = aratrum, und belegt

es aus Vercelli 1496 (Avella, wohl Avigliano). Cherubini s. v.

scilbria erklärt es als Varatro con un orecchio solo, e aräa (= aratrum)

quello che ne ha due. Anche i Piemoniesi dicono quel primo

sloira. Biondelli S. 80 s. v. scilbria Mil. (Mailand), slöria Pav. und

sloira piem. = Aratro con un solo orecchio, was dann S. 575 kurz

angeführt ist. Für Pavia verzeichnet es auch Gambini; G. Rosa

hat silorgna ,^aratro leggero'\ In Piemont fand ich es überall —

es scheint auf dieses und einen Teil der Lombardei beschränkt

zu sein. Seine Ableitung ist längst gefunden, s. Arch. glott. III, 12,

wo Nigra die vollere Form a])^Ujri neben ])Ql^jri anführt und mit

*accial- oria erklärt. Sein accial- kann nur acciariu „Stahl" sein,

wo r durch Dissimilation mit dem fg. r 7.\x l geworden ist.i Vgl.

noch Flechia XIV, 113 für seine Heimat Piverone sleure im Plural.

Das Piemontesische und teilweise das Lombardische kennt noch

einen Pflug ard, natürlich = lat. arat{r)um. Wie ich durch Herumfragen

an verschiedenen Orten und durch gütige Mitteilungen aus

jenen Provinzen erfahren habe, sind beide Pilugarten Pllüge ohne

Vordergestelle (also ohne Räder) und zwar hat die sloira ein, der

ard zwei Ohren.

Diez in seinem Wörterbuch kennt noch ein piem, arti, das

mir stets viel Kopfzerbrechen verursacht hat, und das keines der

neueren Wörterbücher kennt und das ich auch nirgends erfragen

konnte. Ich hatte dann an die Möglichkeit gedacht, es stäcke

darin die Wurzel von {h)arn-eis, also , Gerät'. Der beste Kenner

des Piemontesischen, C. Nigra, kannte es ebensowenig und erklärte

es ohne weiteres für einen Schreib- oder Druckfehler unseres Diez,

was ich in anbetracht seiner deutlichen Handschrift, die eine

solche Verwechslung nicht zuläfst, und seiner so sorgfältigen

Korrektur trotz seiner Augenschwäche nicht zugeben wollte. Wie

-"^

Diez Wtb. S. XXX selbst angibt, hat er für Piemontesisch die

zwei Wörterbücher von Zalli und Ponza benutzt. Und richtig bei

* Nigra, dem ich noch folgende Formen verdanke: Canav. sl^ra (slora in

qualche localitä), Valbrosso slüra, Monferr. si/loira, ist in seiner so ansprechenden

Etymologie schwankend geworden; er schreibt: „II Caix (St. 358) fece risalire

la forma lombarda al lat. incTie 'solcatura', a cui riferi pure il tose, incigliare.

Donde, coli' aferesi , *cilatoria 'chefa il solco'. II valsoan, apeleyri prese V a

iniziale dall' articolo, e 1' agglutinazione fu agevolata dalla falsa derivazione

popolare di questa voce da apel 'acciajo'. Cf. i fr. silier 'solcare', e sülon

'solco'. Diez fa provenire queste ultime voci, insieme col mil. scilöira e col

piem. sUira, dal nord. sila 'solcare'. Scheler invcce fa derivare il fr. silier

da seculare (secare). Ma le voci pedemontesi, segnatamente la Monfcrrina

e la Valsoan. esclndono 1' un.i e X altra di queste etimologic."

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