Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

H. SCHUCHARDT, ZU SPAN. MADROnO. 2 IQ

Rolland sie nicht beglaubigen können. Die oberital. Formen finden

sich wohl am vollständigsten in dem auch eben erst erschienenen

Buch von Cl. Merlo: I nomi romanzi delle stagioni e dei mesi,

S. 2^ f. (auch S. 226. 232); sie sind hier mit den übrigen romanischen

auch bezüglich ihrer Bildung besprochen. Er hat sie,

wie die Ableitungen überhaupt, nach den Suffixen geordnet, obwohl

er selbst durchaus nicht verkennt dafs diese gröfstenteils nicht nur

zweifelhaft, sondern geradezu fiktiv sind. Setzt er doch über

majöstre u. s. w. und über maioussa u. s. w. ein -ustra, bez. ein -ussa

mit Fragezeichen und in Klammern und vermutet dafs die letzteren

Formen auf einer Einmischung von mssus beruhen. Immerhin

scheint er sich den Übergang der verschiedenen Ableitungen ineinander

nicht genügend vergegenwärtigt zu haben, und ebensowenig

die Ausbreitung einer und derselben Ableitung. Wenn z. B, ein

majussa an dem einen Orte aus *maßicea sich erklären liefse, so

würde eine solche Erklärung dadurch noch nicht ungültig gemacht

dafs sich ihr an einem andern Orte ein gleiches majussa nicht fügte;

es hätte sich eben diese Wortform von einem bestimmten Punkte

aus verbreitet, ohne dafs Analogieen vorhanden waren die gleichzeitig

ihre lautliche Abänderung zu bewirken vermochten. Auch im entgegengesetzten

Sinn überschätzt Merlo die lateinisch-romanische

Entsprechung, so wenn er neap. maluöteco als *inal-dtiais, aber ital.

malglko als *mal-nticus fafst (S. 230 Anm. i), wobei noch zu bemerken

dafs so zwar von Fanfani, aber von andern, wie Valentini,

Petrocchi, Rigutini-Bulle maJötico angegeben wird. Mit den von

dem Monatsnamen inajus gebildeten Ableitungen im Sinne von

„Erdbeere" verhält es sich, wie ich denke, ungefähr folgendermafsen.

Zunächst haben wir Verkleinerungsformen, gleichsam

„Mailein", so champ. mäyi „Hügelerdbeere" (Roll. S. 209), bresc.

valcam. [auch am Idrosee] maöla (so Merlo S. 2^2), lomb. (am Idrosee)

mazü, (Bagolino) amazü (v. Ettmayer Lombardo-Ladinisches

S. 398 Anm. 3), südfranz. (Hautes- Alpes) amayoiin (Roll. S. 201) und

span. (veraltet und prov.) mayota, maytieta (bei Nemnich niayueta de

Jarahd). Dieses spanische Wort, das in unserem Falle besonders

wichtig ist, ist INIerlo entgangen (er führt S. 232 Anm. 2 nach

Mistral ein span. mayuela „Weifsdorn" an, aber es heifst, und so

hat richtig Mistral, majuela). Jene lombardischen Wortformen sind

in nächster Nähe weiter umgebildet worden: viazgcle in V. Bona

(ebenda balocö v. Ettmayer a. a. O.), und an sie schliefst sich gewifs

auch das gallo-ital. magigsira, magigstra an (N. 50, auch piem., wie

Merlo übersehen hat; lomb. von Monti schon aus einer Urkunde des

13./14. Jhrhs. als mazostras belegt); ich erkenne hierin nämlich

^viajo(la) (dotne)stica. Dem Laute nach scheint zwar magisira,

mit ^majola vermischt, besser zu passen, und es liefse sich dafür

^ Hornings Abhandlung Ztschr. XXVIII, 513 ff. ist in diesem Nachtrag

nicht berücksichtigt worden, da er schon vor deren Erscheinen eingesandt war.

Seither sind auch die Karten 608 fraise und 609 framboise des franz. Sprach-

atlas erschienen, die uns viel Neues lehren. (Korrekturnote.)

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