Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

224 VERMISCHTES. ZUR WORTGESCHICHTE.

Rum. gäun ,Hornis'

(zuZtschr. XXVIII, 6i 8).

Puscariu will gegen mich die von Candrea-Hecht vorgebrachte

Herleitung rum. gäun \ *cavone aufrecht erhalten. Dann hätte er

sie stützen sollen. Mit dem Hinweis auf rum. gäunos „voll Löcher"

wiederholt er nur was C.-H. gesagt hat und was in Abrede zu

stellen ich um so weniger geneigt war als ich mich mit der

romanischen Gruppe *caz'one eingehend beschäftigt und Ztschr.

XXVI, 415 ihr rum. ^äw/öj- angeschlossen hatte. Meine Einwendung

war dafs *cavone „Höhle" und nicht „Höhler" bedeutet, und daraut

wäre zu antworten gewesen. Ich würde übrigens, ganz abgesehen

von dem Zeugnis des Romanischen, Bedenken tragen dem Vulgär-

latein ein "^cavo im Sinne von cavaior zuzuschreiben, das also nicht

mit C.-H. auf cavus, sondern auf cavare zu beziehen wäre. Meine

Etymologie hat Puscariu

+ scarabaeus führe ich

nicht genau wiedergegeben. Auf crabrone

gäun nicht unmittelbar zurück, sondern

rum. gärgäun, ja streng genommen nicht einmal dieses, da

^carabro7ie und

ich in ihm eine Verschmelzung von *gär(ä)grun \

*gäräun \ ^carabone sehe, und die Einmischung von scarabaeus, die

sich hier nur in dem ersten ä offenbart, eine früh- und gemeinromanische

gewesen ist. Ich betrachte gäun als eine Abkürzung

von gärgäun {gärgäun) und würde sie auch dann als solche betrachten

wenn das letztere in anderer Weise zu erklären wäre. Der

Schwund der Silbe gär- ist durch die Gleichheit der aufeinanderfolgenden

Silbenanlaute, sowie durch die Einwirkung des zwei-

silbigen täufi „Bremse" hervorgerufen worden. Auch mögen ihn

gewisse Kreuzungen mit dem Namen der Hummel begünstigt haben,

der im Rumänischen wie im Französischen {bourdon, mdl. bondon)

von einem lautnachahmenden Stamme bond-, bord- gebildet ist:

einerseits bo7idariü, bonzarm, bdnzariu, anderseits bardann, bärzäuft,

bärnäuz. Die letzteren Formen verraten den Einflufs von gärgäun,

und sie werden in der Tat auch für die Hornis verwendet. Die

Bremse hat der Hummel die Namen der ersten Reihe entlehnt,

und bonzariü ist hier auch zu boiizäläü weiter entwickelt worden,

dieses, im Anschlufs an (Jäjö/ „summen" {^dza „Fliege", „Biene"), zu

bäzäläü, was aber wiederum nur für die Hornis gilt. Aus bdzäläü +

gärgäun entstand bäzgäun „Hornis". Für iäun kommt in Siebenbürgen

und im Banat däun vor; man wird zunächst an makedorum.

ddvan neben idvan denken, doch schliefst sich dies an neugr. vräßavog

an, das aus dem Italienischen stammt. So läfst sich denn däun

vielleicht besser durch eine Annäherung an bdrdäun erklären, als

dessen zweite Hälfte gleichsam man es ansah; es würde das Verhältnis

ein ähnliches sein wie das von mir angenommene zwischen

gäun und gärgäun. Die obigen mundartlichen Wortformen sind

in Marians wunderbar reichhaltigem Werke über die Insekten in

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