Zeitschrift für romanische Philologie

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240 BESPRECHUNGEN. E, HERZOG,

/hatten, aufserdem ein Part. -Subst. ris bestand, so dafs eine starke Strömung

zur analogischen Herstellung des i bestehen mufste, während bei mettre i

eben nur im Perf. und Part, heimisch war, die sonstigen Formen e hatten.

Es mögen noch einige Aufstellungen in der Einleitung und in den Anmerkungen

besprochen werden. S. 4 will R. die Form tativre (mit r) als

Analogiebildung zu juevre erklären. Zwar hat sich auch sonst nach v, nv

sekundäres r und zwar „allem Anschein nach ganz harmlos" (?) eingestellt

(wofür eine Menge Beispiele folgen), aber man könne „mit gutem Fug" annehmen,

der Weg sei der gewesen, „dafs die Neuerung zuerst nur das mit

juvenis inhaltlich verknüpfte tenuis ergriffen und dann erst auf lautverwandtes

cannabis . . . sowie auf die übrigen Fälle ausgedehnt worden sei." Alles das

wird hinfällig, wenn man bedenkt, dafs sich gebildete Franzosen noch heute

verleiten lassen, cavre, esclavre, portre „nach der Analogie der zahlreichen

Worte, wo ein End-;r je nach der Form des folgenden Worts verschwindet

oder wiedererscheint" zu sprechen (Passy, Etüde sur les changements phon^ti-

ques S. 217 n 2).

S. 6 A. 2. spricht R. von der östlichen Form Fem. grante; sie sei ent-

weder als Rückwirkung des Nebeneinanders von servente, servanda zu ver-

stehen oder reflektiere das t des Antonyms petite. Es wäre doch zu sagen

gewesen, dafs die Bildung von grante als Fem. für älteres grant von vorn-

herein das Wahrscheinlichere gewesen sei (vgl. verte zu vert), da man von

ät eher zu äle, als zu 3de gelangen konnte, dafs wenn es im gröfsten Teil

Frankreichs nicht zu grät sondern zu gräd gekommen ist, die zahlreichen

Ableitungen wie grandir grandeur und dgl. daran schuld gewesen sein

müssen.

S. 9. Dafs j'usqü'a in der Bedeutung ' sogar ' eine Beeinflussung durch

meme erfahren hat , soll dadurch erwiesen werden, dafs es mit et angeknüpft

wird. Ich bezweifle zunächst, dafs 7neme uad jus^u'a wirklich im strengen

Sinn des Wortes synonym sind; vor dem mit jusqu'ä eingeleiteten Begriff

liegt immer, was bei meme nicht der Fall ist, ein tout, tous od. ä., das manch-

mal auch wirklich ausgedrückt wird. Sollte auch das Gefühl für die wahre

Geltung des jusqu'ä in dem ein oder andern Fall sich ein wenig geschwächt

haben, so ist die Sachlage doch immer die, dafs die Aussage für eine Ge-

samtheit von Gegenständen gilt; diejenige Einzelheit der Gesamtheit, bei der

die Aussage am meisten überrascht, sucht man nun heraus und zeigt damit

zugleich, dafs sie um so notwendiger für die andern Einzelheilen zutrifft, für

die ihre Geltung minder überrascht; es ordnen sich nämlich in dem Bewufst-

sein des Sprechenden die Einzelheiten zu einer (mehr oder minder vollkommenen)

Reihe an, von dem jedes folgende Glied mehr der Erwartung widerspricht

als das Vorhergehende bis zu jenem, dafs ihr am meisten widerspricht.

Wenn also einzelne GHeder dieser Reihe genannt werden, so ist klar, dafs

jenes letzte ganz logisch mit 'und' angeknüpft werden kann. Ich kann mir

sogar kaum vorstellen, dafs in einem Satz wie On y rencontre des chiens, de

chevaux et jusqu'ä des chameaux das et ausbliebe.*

* Diese Verwendung des jusqu'ä hat somit gar nichts zu tun mit der,

wie wir sie in puis reconte toz les leus Qui sont jusqu'ä quarante et deus

(Mac6 de la Ch.) finden. 'Da.k jusqu'ä in derartigen Wendungen ursprünglich

einen bestimmten Sinn gehabt haben mufs, verkenne ich natürlich nicht,

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