Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

ROMANIA NO. 130. 245

«Märzregen'; navey 'Schiff' navigium; pechuri ''F'\%Q\\\\€\\\tx'' piscaioria; peylo

•ein Getreidemafs' pensüis; porchailli 'Portulack' aus porcacla für port-

laca, porclaca; presson 'Pfahl' = frz. paisson, paxione-^ se qtiesi 'schweigen'

quietiare; revondre 'vergraben' repariere; rouagniri 'Geleise' rote \- ane \-

aria, seyno 'Versammlung' synodus; suel 'Tenne' solum; viairo 'Brachfeld'

vetere, vgl. friaul. vieri in derselben Bedeutung; vorzines '"Weidenzweige' zu

delph. vorge, vorze 'Salix puopurea'. Das Wort erinnert an ital. vetrice, und

die Konsonanten passen, aber woher das 0?

S. Pieri, // tipo avverbiale dt carpone -i. Wendet sich gegen die

Rom. Gramm. II §691 gegebene Erkläning, allerdings nicht mit Glück, weil

er sie falsch wiedergibt. Ich habe in -oni 'das Individuelle, das Auffällige,

Ungewöhnliche, das nur vorübergehend Anhaftende, also eine einmalige, von

der gewöhnlichen abweichende Körperstellung' gesehen, welchen Satz Pieri

auch richtig übersetzt, aber dahin interpretiert 'che vi siano da riconoscere

altrettanti nomi acrescitivi per •one\ was ich mit dem besten Willen aus meinem

Satze nicht heraus lesen kann. Der Einwand, dafs -07i im Französischen nie

vergröfsernd sei, folglich, da die Adverbien auf -one hier ja auch vorkommen,

meine Auffassung unmöglich sei, fällt somit dahin. Pieri selber geht von

-one zur Bezeichnung handelnder Personen aus, so dafs diese Adjektiva zu-

nächst prädikative Substantiva gewesen wäre, wie sie denn auch im Italienischen

zumeist ohne Präposition erscheinen und im Sing, oder Plur. erscheinen

können. Einzelne sind auch anders zu deuten. So verlockend diese Auf-

fassung ist, so hat sie doch eines gegen sich, was der Verf. zu wenig be-

rücksichtigt. Die Personenbezeichnungen auf -one haben namentlich im Italienischen

zumeist einen tadelnden Nebenbegriff, vgl. die Beispiele Rom. Gramm.

II S. 496, denen die von Pieri S. 133 gebrachten nicht widersprechen. Sodann

ist im Französischen die Annahme des Verf. unmöglich; ein *chevauchon

'der Reiter' findet sich nicht und ist nicht denkbar, wie denn überhaupt

auffällig ist, dafs gerade diejenigen Substantiva fast durchweg fehlen, welche

als Adv. erscheinen, denn dafs sie 'esisteranno in realtä, passati a altra

categoria grämmaticale' ist eine durch nichts erwiesene Behauptung. Dals

Italien das Land ist, wo die -one Adverbien am häufigsten sind, ist klar,

aber haben sie da ihren Ausgangspunkt, handelt es sich nicht am Ende gar

um Entlehnungen, die auf neuem Boden viel besser gediehen sind als auf dem

alten? Man denke an deutsches -ley\ Zu den ältesten Belegen gehören frz.

a chevauchons, a genoillons und jenes ist halbwegs angepafst als accavalciotii

ins Italienische übernommen. Denn ein Verb. *accavakmre , wie Pieri an-

nimmt, gibt es nicht und hat es nicht gegeben, da die Verba auf -icare eine

zu feste Klasse bildeten, als dafs eine Erweiterung auf -iare hätte eintreten

können, wie denn ja diese Erweiterungen auf bestimmte Kategorien beschränkt

sind, denen aber caiallicare nicht angehört, s. Rom. Gramm. II

§ 576.

Wenn aber Ausdrücke wie afrz. a genouillons, prov. a genolhos, ital, in

ginocchioni; frz. ä chevauchons '^ i\.2i\. accavalcioni die ältesten sind, so liegt

auf der Hand, dafs sie nicht so erklärt werden können, wie P. will. Denkbar

ist, dafs die Leichtigkeit mit der im Italienischen tadelnde Personalbezeichnungen

auf -one gebildet werden, die Verbreitung des adverbiellen -one, namentlich

wo eine auffällige, den Tadel herausfordernde Eigenschaft angegeben werden

soll, erleichtert hat. Bemerkenswert ist auch piedone. Würde es lat. pedo

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