Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

246 BESPRECHUNGEN. W. MEYER-LüßKE, G. G.,

-onis fortsetzen, so wäre kaum der Diphthong in die tonlose Silbe eingerückt;

ist es eine Momentbildung nach piede, so erklärt sich ie ohne weiteres. Aber

auch piedicone fällt auf: es wird nach brancicone geformt sein, das ja nun

freilich von brancicare ausgeht, aber dem vielleicht hrancone voranging. Darin

hat Pieri ja freilich recht, dafs die Beispiele nicht in Bausch und Bogen be-

handelt werden dürfen. W. Meyer -Lübke.

MELANGES

:

P. Meyer, Les tiois Maries, mystere liturgique de Reims. 40 wechselnde

Kurzverse, in strophischer Gliederung, aus einer Rheimser Hs. des 13. Jahrhs.,

im ersten Bande des Rheimser Handschriftenkatalogs von Loriquet (1904)

zuerst mitgeteilt. Sie stellen ein französisches Osterspiel in Form eines sing-

baren Gesprächs zwischen den drei Marien und zwei Engeln in eigentümlicher

Schreibung dar. Auf diese, die Versarten und auf entfernte litterarische

Parallelen zu dem äufserst interessanten dramatischen (Bruch?-) Stück beziehen

sich die begleitenden Bemerkungen M.'s. G. G.

John Taggart Clark. ND et ÄIB protoniqucs en Italien. Der Auf-

fassung, dafs ndi- und wö-L im Italienischen zu n, vi werden stellt der Verf.

eine lange Liste von Wörtern gegenüber, die nd—, mb^ bewahren. Die

grofse Mehrzahl derselben versieht er mit einem Sternchen, da sie aus einem

oder dem andern Grunde nicht beweisend oder doch bedenklich seien, übrig

bleiben candela, indugiare , mendico -are , vendetnmia , Vendetta und einige

Ortsnamen, die aber wohl auch auszuschliefsen sind, dann atnbone, bambagino,

imbuto. lombaggine, ombilico, sambuco. Ich kann aber auch von diesem Reste

nur vendemmia und Vendetta anerkennen, denen nach wie vor ne, manicare,

amendue und sgominare gegenüberstehen. Dafs letzteres nicht excotnbinare

darstelle sondern zu giimina, gomena (das nach seinen Lauten gar nicht

toskanisch ist) gehört, ist begrifflich ausgeschlossen: sgominare bedeutet 'in

Unordnung, Verwirrung bringen; verwirren, das Oberste zu unterst kehren',

gumina 'Ankertau'! — Was Clarks Erklärungsversuch betrifft, so ist folgendes

zu sagen. Dafs ne als Pron. der l. Plur. auf nos beruhe, ist eine der laut-

lichen Begründung entbehrende Voraussetzung, wogegen die andere, dafs

Pron. 721? = Adv. ne, sich begrifflich rechtfertigen läfst. Folglich kann man

nicht sagen, die Doppelfunktion von vi, ci als Pron. und Adv. hätte auch

das Pron. ne zum Adv. ne werden oder doch nde beeinflussen können.

mankicae^ soll von einem *mancare aus durch Epenthese gebildet sein, doch

ist weder gezeigt, dafs eine solche Synkope noch dafs eine solche Epenthese

in andern ähnlich gebauten Wörtern vorkommt; das, was als Parallele für das

letztere angeführt wird, ist ganz anderer Art. Und auch wenn man ambitare

> andare annimmt , ist *andue aus ambodne nicht ohne weiteres gerecht-

fertigt, und eine Kontamination von ajnbo und *andue hätte doch nur atnbondue

gegeben, erklärt gerade den Schwund des ü nicht. Immerhin ist gegenüber

Vendetta und vendemmia die Regel in der allgemeinen Form nicht hallbar,

aber stellt man daneben sgominare, mänicäre, ämendüe, so springt die nötige

Beschränkung in die Augen. So wird man mene vddo, nbne vöglio aber

nönde vöglio u. s. w. gesagt haben.

R. J. Cuervo, Mana y Manä, maguer magüer. Zeigt mit gewohnter

Gründlichkeit wo und wie die jüngeren im Grunde falschen Formen

entstanden sind.

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