Zeitschrift für romanische Philologie

scans.library.utoronto.ca

Zeitschrift für romanische Philologie

248 BESPRECHUNGEN. W. MEYER-LÜBKE, G. G.,

No. 131.

G. Paris, Le mode et les etapes de Valteration du c en Gallo-roman.

Interessante, wenn auch nicht einwandfreie Ausführungen über die Laut-

chronologie: k vor freiem a zu U 600 um dieselbe Zeit c vor e zu ts;

freies a zu ae, ds zu is (veism) 700, vor 750 pik. ts zu c, 750 Fall der auslautenden

Vokale, 800 k vor gedecktem a zu kj. Weiter wird angenommen

der Wandel der intervokalischen tonlosen Verschlufslaute zu tönenden hätte

sich in verschiedenen Etappen vollzogen, so zwar, dafs d~^ t das älteste,

c'^g das jüngste sei. An sich ist das natürlich möglich, allein die Stützen,

die Paris gibt, sind keine festen. Ein Wandel von t zm d schon im II. Jahrh.

stützt sich auf das IMUDAVIT einer Inschrift aus Spanien, das man als

immutavit erklärt, eine Erklärung die aus dem ganzen Zusammenhang der

Inschrift keinen Anspruch auf Sicherheit machen darf. Die diplomatischen

Zeugnisse sprechen vielmehr für einen gleichzeitigen Vorgang. Das plaisir

aus placere seinen tönenden Laut gleichzeitig bekommen habe wie pagare

aus pacare ist daher eist recht zu glauben, aber welche Stufe der Entwicklung

ce damals gehabt habe, kaum zu sagen. Warum H oder ky nicht ebenso gut

zwischen Vokalen zu g bezw. gy hätte werden können wie ts zu ds, ist nicht

einzusehen. Am Schlüsse dieses zweiten offenbar nicht gleichzeitig mit dem

ersten entstandenen Artikels findet sich wieder eine Chronologie, die z. T. von

der ersten abweicht. W. Meyer-lübke.

J.-L. Was ton, Watichier de Denain, as a continuator of Perceval and

the prologue of the Mons ms. AVauchier von Denain, wie nach P. Meyer,

Romania 32, 585, wahrscheinlich der älteste der Fortsetzer der Graaldichtung

Cresticns (statt Gaulier, Gauchier de Dolens etc.) heifst, wird hier als mut-

mafslichcr Verfasser auch des Prologs des Perceval in der Monser Hs. in

Anspruch genommen, auf Grund einiger wörtlicher Anklänge in diesem Prolog

und in der auf Cresliens Graal folgenden Fortsetzung des Perceval in Pariser

Parallelhs. zur Monser Hs. (Bibl. nat. 794. 1453), die, wie jener Prolog (maislre

Blihis) einen Bleheris, Bleobleheris als Gewährsmann für Episoden jener

Fortsetzung der Graaldichtung nennen, der identisch mit dem im Tiistan

des Thomas zitierten Breri, gelten kann, und der bereits von G. Paris mit

dem Fabulator Bledhericus des Giraldus Cambrensis (Romania 8, 425) gleich-

gesetzt worden war. Danach würde Wauchier ein Teil seines Stoffes aus

England zugeführt worden sein. Nicht geschieden wird hierbei i. zwischen

Pseudogautier (Potvin V. 10601—21916) und Gautier (das. V. 21917— 34934);

jene Parallelen fallen aber in den dem Pseudogautier bisher zugeschriebenen

Teil des Perceval, und auf andere Berührungen desselben mit dem Polog hatte

schon Heinzel, Über die franz. Graalromane , 1891, S. 78 ff. hingewiesen,

2. zeigte schon Zimmer, Ztschr. f. franz. Sprache, 13. Bd. S. 84ff., dafs mit

den Angaben über Bledhericus nicht auch die Herkunft desselben schon be-

stimmt wäre und seine bretonische Abkunft ausgeschlossen würde. 3. ist

eine ins einzelne gehende Vergleicbung der Parallelhss, eine Vorbedingung, —

die weder hier erfüllt wird, noch von Waitz erfüllt ist, für die Lösung von

Fragen, wie sie in obiger Untersuchung angeregt ist: eine Auffassung der

die Verfasserin , ihrem nützlichen Buche The legend of Sir Lancelot du Lac

zufolge, sich selbst nicht verschliefsen wird. G. G.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine