Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

250 BESPRECHUNGEN, G. G., W. FOERSTER,

A. Mussafia, Per il Tristano di Thomas, ed. Bedier. Verbesserungen

zu einigen Stellen der Tristanausgabe Bediers. G. G.

COMPTES RENDUS:

M. Wilmotte, Devolution du roman frangais aux environs de II 50

(Jeanroy). — P. Zarifopol, Krit. Texte der Lieder Richard's de Fournival;

R. Schmidt, Die Lieder des Andrieu Contredit d'Arras (Jeanroy). — H.

Jarnik, Studien über die Komposition der Fierabrasdichtungen (M. Roques,

mit Andeutungen über seine Auffassung von der Originalform der Fierabras-

dichtung und den Übergangsstufen zu den überlieferten Fassungen, die noch näher

zu begründen sein wird. G. G.) — B. Dimand, Zur rumänischen Moduslehre

(M. Roques). — Atti del Congresso internazionale di scienze storiche ; vol. IV:

Atti della sezione III. Storia delle letterature (P. M.). Herr Paul Meyer

begleitet den Bericht^ auf S. 53— 56 über meinen am 4. April 1903 bei dem

internationalen historischen Kongrefs in Rom gehaltenen Vortrag über die

Frage der Echtheit der Handschriften von Arborea, nach welchem ich, am

6. April, in der Biblioteca Vittorio Emanuele, vor zahlreicher Zuhörerschaft

an den Originalen selbst, die auf Befehl des Unterrichtsministers von Cagliari

geschickt worden waren, die Unechtheit derselben, mit Ausschlufs zweier

echter Nummern, nachzuweisen hatte, mit einigen kritischen Bemerkungen, die

u. a. eine Aufserung (von ihm schon in der Chronique des vorigen Bandes

der Romania, 1903, S. 341 vorgebracht) über meinen in italienischer Sprache

gehaltenen Vortrag, dem er selbst beigewohnt halte, wiederholen, die ich nicht

unwidersprochen lassen möchte. Er hatte sich a. a. O. Romania 32, 341

dahin geäufsert: „üauteur a ntotitre que dans la masse de ces documents

fdbriquds ... il en est quelques-uns, d'une epoque tardive, qui sont aiithentiques.

Mais on le savait." Wenn dem so war, so müfste ein Wunder

geschehen sein. Da die IIss. sich in Cagliari befinden, vor 1894 nicht nach

dem Festland gekommen sind, kein festländischer Fachmann, überhaupt

Niemand vor mir (1885) dieselben untersucht oder auch nur gesehen hat, so

kann Niemand vor mir diese Entdeckung gemacht haben.

Wohl habe ich dieselbe Anfang 1885 auf der Bibliothek in Cagliari- sofort

dem damaligen Bibliotheksleiter und später auch einigen befreundeten italie-

nischen F"achgenossen mitgeteilt. 1894 lagen diese liss. auf meine Veran-

lassung drei Wochen in Turin auf und kamen dann auf kurze Zeit nach der

Casanatense in Rom — an beiden Orten habe ich jedem, der es wünschte,

dieselben vorgeführt und die echten und falschen Stücke nachgewiesen — es

waren darunter auch Paläographen , also Fachleute, ein Archivdirektor, ein

Leiter eines historischen Instituts u. a. Es ist ferner auch nie und nirgends,

in keiner Zeitschrift oder sonst wo, diese meine Entdeckung auch

nur erwähnt worden. Sie war bis zum 4. April 1903 noch völlig unediert.

1 Der Vortrag selbst erscheint in erweiterter, mit zahlreichen, auch bibliographischen

Anmerkungen, demnächst in italienischer Sprache: Sulla Quistione

delP Autenticitä dei Codici di Arborea. Diese Ausgabe enthält auch den zweiten

Teil, nämlich die in der Biblioteca Vittorio Emanuele am 6. Apiil 1903

gegebene paläographische Bearbeitung der Arboreahandschriften.

2 Näheres hierüber in meiner Vorrede zu V. Federici's Aufsatz: II

palinsesto d'Arborea. Con prefazione del prof. W. Foerster. Firenze l^0/\,

p. 3—8 des Sonderabdrucks (= Arch. stör. ital. Ser. V., Vol. XXXIV).