Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

ROMANIA NO. 131. 25 I

Wenn man mithin davon wufste, so wufste man davon durch mich auf

mündlichem Wege. — Im vorliegenden Hefte der Romania verallgemeinert

Herr P. Meyer seine Äufserung über meinen Vortrag dahin, dafs er sagt

1. „je ne vois rien qui ne füt connii dej'ä." Mein Auszug

umfafst genau 100 Zeilen; davon sind die ersten 37 eine Einleitung, welche

die Hauptpunkte der Streitfrage knapp zusammenfafst. — Dies war unum-

gänglich notwendig, da Avohl die allerwenigsten meiner Zuhörer, die den Saal

des Collegio Romano dicht gefüllt hatten, diese Hauptpunkte gegenwärtig haben

konnten, da der Gegenstand seit dem Anfang der Siebziger Jahre nicht

mehr auf dem Kontinent behandelt worden ist. In dieser Lage befand sich

auch und befindet sich noch jetzt Herr P. Meyer, da derselbe nicht bemerkt

hat, dafs der gesamte Rest meines Auszugs, genau 63 Zeilen, mithin fast

zwei Drittel des Vortrags, absolut neu, bisher ganz unbekannt und

nie veröffentlicht worden ist. Dies ist der Hauptteil, der eigentliche

Gegenstand und Zweck meines Vortrags, und enthält unter anderm meine schon

oben erwähnte Entdeckung, dafs in dem grofsen Pack der Arboreahss. sich

zwei echte Nummern (Papierhs. 13 und 14) befinden. Dafür mufste der not-

wendige Nachweis der Echtheit geliefert werden, sowohl von Seiten der Paläographie

als des Inhalts. Zu diesem Zwecke mufste die paläographische Unmöglichkeit

aller übrigen IIss. nachgewiesen werden, was bis jetzt noch

nicht geschehen war, ganz besonders auch nicht von Jafle, dem Fachmann

der Berliner Akademie. All dies ist also, wie ich nochmals hervorhebe, ganz

neu, bisher völlig unbekannt und nie und nirgends ver-

öffentlicht.

Leider mufs ich den Raum der Ztschr. noch weiter zur Berichtigung

neuer unzutreffender Aufserungen P. M.'s in dem vorHegenden Heft der Romania

über den Gegenstand in Anspruch nehmen.

2. „La prese7jce (fährt Herr P. Meyer fort), peut-etre accidentelle (a),

dans le dossier, de 2 oti 3 documents authentiques (et d'ailleurs insignifiants

(b) du XV e siede, ne me paratt pas d^avoir d'intenU (c).

ad a). Ich hatte in meinem Vortrag zu Rom, dem Herr P.Meyer von Anfang

bis Ende beigewohnt hat, genau erklärt, wie die zwei echten Nummern

in die gefälschte Masse hineinkamen. Der Fälscher hatte sich diese

zwei echten Hss. irgendwie verschafft und die leer gebliebenen Blätter mit

den erfundenen, phantastischen Geschichten beschrieben, oflfenbar in der Ab-

sicht, die gefälschten Teile unter den echten verschwinden und so mitgehen

zu lassen. Diese zwei echten Nummern kamen also nicht zufällig in die

gefälschte Masse.

ad b). Die echten Stücke erscheinen P. M. unbedeutend, d. h. sie

begegnen bei ihm keinem Interesse. Andere Leute, und gerade Fachleute,

urteilten darüber anders. So drückte mir Enrico Best a, Professor in der

juristischen Fakultät zu Sassari (j. in Palermo), der kurz vorher eine Arbeit über

ein antico Statuta di Castelsardo (Modena 1899) veröffentlicht hatte, gleich nach

dem Vortrag seine Überraschung und Freude über meine Entdeckung, dafs die

in Papierhs. 13 enthaltenen, in sardischer (logudoresisch) Sprache abgefafsten

Hafenvorschrilten desselben Castelsardo echt sind, wiederholt aus — er habe

es s. Z. nicht gewagt, dieselben zu benutzen, da sie ja allgemein als gefälscht

galten. Derselbe Gelehrte nennt sie später in einem Schreiben unter dem

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