Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

ÜEBER WORTZUSAMMENSETZUNG. 271

HäXXov besser^ zeigen, insofern in sich abgeschlossen, als es, im

Satze verwendet, dann keiner ausdrücklichen Ergänzung durch ein

andres Wort bedarf: es drückt die zu benennende Eigenschaft des

Verbalzustandes für sich allein und vollständig aus: Jedermann weifs

in einer bestimmten Situation genau, was gemeint ist, wenn gesagt

wird er ist dort, er war gestern zuhause, sie kommt sogleich, du he-

7iimmst dich schlecht, usw. Und dadurch, durch diese Bedeutungs-

abgeschlossenheit , scheidet sich das Adverb von der Präposition,

als deren Charakteristikum es im Gegenteil bezeichnet werden mufs,

keine in sich abgeschlossene Bedeutung zu besitzen. Dies zeigt

sich am offenbarsten an unmöglichen Gebilden wie frz. *// est ä,

womit sich schlechterdings kein befriedigender Sinn verbinden läfst,

der sich aber sofort einstellt, sobald die Ergänzung zu il est ä

Paris erfolgt. Dieser Fall aber ist insofern typisch, als in der Tat

die Präposition, soll sie den ihr oben (S. 141 Z. 22, vgl. S. 139 Z.31 ff.)

vindizierten Charakter als Beziehungswort bewahren, im Verteilungs-

satz mindestens den Ausdruck des Orientierungsobjektes neben sich

haben mufs, welches eines der beiden für die Beziehung immer

notwendigen Besiehungssubstrate bildet. Mindestens, denn diese

Bedingung ist z. B. auch noch in der völlig befriedigenden Antwort

ä Paris auf die Frage oii est-il? erfüllt. Und zwar ist dabei natürlich

(auch unsrer bisherigen Verwendung dieses Begriffes entsprechend)

als Orientierungsobjekt immer nur das Ding anzusehen, auf welches

die Beziehung geht, nicht das Ding (Verbalzustand oder [Pro]nominalgegenstand),

von welchem die Beziehung ausgeht. Und ebenso

natürlich ist dabei der Ausdruck des Orientierungsobjektes nicht

etwa grammatisch -kategorial auf das Substantivum eingeschränkt,

sondern auch Sätze wie viens ä moil, ä quoi bon?, ä demain! sind

befriedigend verständlich: auch substantivische Pronomina und

momentan (ad hoc) substantivierte andre Redeteile sind zum Ausdruck

des Orientierungsobjektes durchaus geeignet. . . Wie verhält

sich nun zu dem allen — und damit gelangen wir allmählich zu

unserer Hauptfrage zurück — die sogenannte adverbale Verwendung

der Präposition, welcher (man vgl. die neueste zusammenfassende

Darstellung bei Brugmann KVGr. S. 457

wendung entgegengestellt wird, die wir eben besprochen haben?

Die Antwort kann, wenn man die nötigen Konsequenzen aus dem

Obigen zieht, nicht zweifelhaft sein: Es gibt keine adverbalen Präpositionen

und auch keine adverbale Verwendung adnominaler

solcher Redeteile; die Präpositionen sind samt und sonders adnominal,

„Nomen" in dem weiten Sinne von „substantivisches (Pro)nomen

und momentan, ad hoc, substantivierter Redeteil" gefafst.

ff.) deren adnominale Ver-

' Mit dem Ursprung der verschiedenen Adverbia aus „Nominal- und

Pronominalkasus, Formen mit nichtkasuellen Formantien, syntaktischen Wortkomplexen

mit nominalem oder pronominalem Hauptbestandteil" hat die uns

beschäftigende Frage, wie man sieht, zunächst nichts zu tun; vgl. über solchen

Ursprung der obigen Beispiele Brugmann, KVGr. S. 447 ff.

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