Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

UEBER WORTZUSAMMENSETZUNG. 283

B)i Abweicliungsnamen. Deren 1. Untergattung ist

nicht in den beiden S. 148 Z. 35 ff. erwähnten Spezies vertreten,

sondern nur durch Bildungen, welche der dort konstatierten 2.Species

zugehören: Das (verbale) i. Glied bedeutet einen Zustand, der mit

dem Nominanduin, d. h. dem zu benennenden Zustande irgendwie

kontrastiert, während das 2. Glied (präfixal) ausdrückt, der zu benennende

Zustand sei das Gegenteil jenes Zustandes. Beispiele:

dtboucher entkorken (poucher verkorken); d^bander; dkhrocher den

Umschlag wegreifsen [bracher broschieren); d^carioniser, -centraliser^

•civiliser, -clore, -coller usw.; depetidre (einen Erhängten) abschneiden

[pendre aufhängen) ; do.saff'ajner satt machen [affamer hungrig machen)

dhsaünanicr entmagnetisieren; dhsappauvrir usw.; dt?,ef)ibarquer aus-

schiffen iembarquer einschiffen); dh%eticapuchonner usw.; desservir

abtragen (servir [Speisen] auftragen); de%siller, d^ciller die Augen-

(lider) öffnen {etiler blinzen); d\%continuer aussetzen [coniinuer fortsetzen);

disqualifier; dissimuler „unähnlich machen" {swiulare ähnlich

machen); dh.'&hcrüer enterben (mit Transitivierung des Ganzen;

hiriter erben); ^sh-gr^ger (%Qgregare von der Herde absondern; gregare

zu einer Herde scharen); || intr. : d^maigrir wieder zunehmen

[inaigrir abmagern); dh.plaire\ disavancer zurückweichen {avancer

vorrücken) ; dhconvenir nicht übereinstimmen; dX'¶itre verschwinden

{paraiire erscheinen); itclore auskriechen {clore eingeschlossen sein). . .

Die 2. Untergattung ist durch Folgendes gekennzeichnet: Bei der

I.Spezies, d.h. bei einseitiger Charakterisierung des Nominandums

durch ein Abweichungsmerkmal, ist das Kompositum stets

parasynthetisch. Und zwar kommt es so zustande: Bei transitiven

Verben wird das Objekt der zu benennenden Verbalhandlung in

Beziehung zu einem Orientierungsobjekt gedacht, das nun im

I. Glied ausgedrückt wird {barque, während das Verbalobjekt, wie

wir das Objekt der zu benennenden Verbalhandlung kurz nennen

wollen, etwa „Passagiere" ist). Im 2. Glied wird dann diese Beziehung

ausdrücklich präzisiert {en) und nunmehr das Ganze mittelst

des Suffixes {-er) verbalisiert: embarquer einschiffen. Bei intransitiven

Verben dagegen ist es das Subjekt der zu benennenden

Verbalhandlung, welches in Beziehung zu dem Orientierungsobjekt

gedacht wird; dieses Orientierungsobjekt wird im i. Glied ausgedrückt

{rat'ls, Schienen, während das Verbalsubjekt der Eisenbahnzug

ist). Im 2. Glied wird dann wiederum diese Beziehung

ausdrücklich präzisiert {de'-) und nunmehr das Ganze mittelst des

Suffixes {-er) verbalisiert: derat/ler entgleisen. Es versteht sich, dafs

nach dem oben (S. 271 Z. 38 ff.) Gesagten en-, de- und überhaupt

die hier in Betracht kommenden zweiten Glieder nur präpositionalen

Charakter haben können: das Orientierungsobjekt, auf welches die

Beziehung geht, ist nicht implizite, sondern explizite ausgedrückt

und hat (was den adverbalen Charakter der Präposition auch hier

— 26 DHT. : user mal (de qc); il vaut mieux encore qu'il en mesuse.

1 Vgl. S. 268 Z. 20.

;

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