Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

Lat. galla.

J. Leite de Vasconcellos Respigos Camonianos ^ ob

1,45 f. fragt

das in Nordportugal vorkommende galelo „nach der Weinlese

übrigbleibende Beere oder Traube" (?r ao galelo, aos gaUlos und

auch ä galela „Nachlese halten") und auch „Apfelsinenscheibe" als

Deminutiv von galla zu betrachten sei, welches mit adjektivischer

Endung im port. galha (fiuxj *gallea (vgl. bearn. \

und andere unten vorkommende Formen) fortlebe.

[Arthez] galhh-e

Ich finde diese

Herleitung noch unbedenklicher als er selbst. Wenn er nur

zweifelnd das span. galillo „Zäpfchen" vergleicht, für welches doch

*gallillo zu erwarten wäre, so übersieht er dafs das Wörterbuch

der Akademie (ob in allen Auflagen, auch den neuesten, weifs ich

nicht) gallillo als die Hauptform bietet, auf welche bei galillo verwiesen

wird (anderseits darf man dieses nicht als eine Besonder-

heit von Bogota auffassen). Das männliche Geschlecht an Stelle

des weiblichen findet sich nicht nur bei dem hier am nächsten

liegenden südtir. galiei (friaul. gajons, ven. gagioni, romagn. gajon,

agnon. gaglieufie; su.dha.nz. galel) „geschwollene Halsmandeln" wie

span. agallas, das aber auch „Halsmandeln" schlechtweg bedeutet

{südhanz. ga 10, gal/20, j'alho', vgl. ohw.- grauh. galonda neben glonda),

= „Gallapfel", sondern auch beim Stammwort selbst. Ich sehe

ab von dem mittelalterlichen gallus, das sich einerseits an pomum,

anderseits an den hl. Gallus anlehnt und in unserem Gallussäure,

Gallustinte neues Leben bekommen hat, und von jüngeren unten zu

besprechenden Formen die durch gallus „Hahn" beeinflufst sind,

und verweise auf das schon früher von mir zu galla gestellte

kat. gall „Wasserblase" (mit arag. hervii- ä gallos). Vielleicht haben

1 S. 48 Anm. verweist Leite für ein vulgärlat. scoriscatio in dem

Cantabrigiensis der Evangelien, welches sich zu port. coriscar stellt, auf

Rönsch (1875); aber er und schon Rönsch hätten auf mich verweisen sollen,

der ich 1867 (VV II, 207) nicht nur diesen Beleg und seine romanische Entsprechung

gegeben hatte, sondern auch aus dem App. Pr. scoriscus. Andere

wie Körting , Georges erwähnen bei dieser Gelegenheit ebenfalls nur Rönsch,

nicht mich, und dasselbe geschieht z. B. in Bezug 2.\x{ prode esse, worüber ich

mich (VV II, 504!. Register III, 353) geraume Zeit vor Rönsch (Itala und

Viilgata- S. 468f.) ausgesprochen hatte, und zwar deutlich genug dafs Rönsch

sich nicht an Ritschi um Auskunft zu wenden gebraucht und dieser, dem doch

auch mein Buch gewidmet war, sich kurzerhand auf mich hätte beziehen

können.

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