Zeitschrift für romanische Philologie

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352 BESPRECHUNGEN. R. ZEXKER,

die Freundschaft auch dieses mächtigen Grofsen hinterlassen, s. Castillon,

a. a. O. S. 230, Baudon de Mony S. 21. Allerdings setzt I193 Alphons II.

V. Aragon in der Urkunde, in welcher er Raimon Rogier den Besitz der Viz-

grafschaft von Narbonne bestätigt, als Bedingung, dafs dieser ,,den Grafen

von Toulouse bekriege", aber es ist keine Tatsache bekannt, welche zu der

Annahme berechtigte, dafs Raimon Rogier sich dieser Forderung gelügt hat,

s. Baudon de Mony, S. 47, Anm. 2, und ein Zwist, den Raimon Rogier

im J. 1201 mit Raimon VI. wegen des Schlosses Saverdun hatte, und der, wie

es scheint, der Anlafs war zu einem Bündnis Raimon Rogiers mit seinem

Neffen, dem Vizgrafen von Beziers, gegen Toulouse, wurde rasch in Güte beigelegt,

s. Castillon, S. 239 f. Die Historiker des Albigenserkrieges, in dem

Raimon Rogier sich durch seine ungestüme Tapferkeit vielfach glänzend her-

vortat, nennen ihn fast stets unmittelbar neben Raimon VI. v. Toulouse als

dessen Verbündeten. Raimon Rogier v. Foix gehörte somit im vollsten Sinne

des Wortes zu den conselhs privatz Raimons VI. Am 3. Kreuzzug hat er im

Gefolge Philipp-Augusts teilgenommen. Die Verfasser des Art de verifier les

dates III, S. 94 bemerken, er habe bei seinem im J. 1223 erfolgten Tode

zurückgelassen: „la reputation de Vun des plus grands capitaines de son

siede". Ich meine, alle diese Tatsachen geben zu den Äufserungen Miravals

über Pas'orefi wachsendes Ansehen und über die Eifersucht mancher von ihm

in den Hintergrund gedrängten Barone einen Kommentar, wie man ihn sich nicht

besser wünschen kann.

Dafs Miraval zu R. Rogier von Foix in nahen freundschaftlichen Beziehungen

stand, nimmt A. selbst an. In dem Sirventes Formers, per mos

enseigfiaitiens fordert der Dichter in der 4. Strophe den Joglar Fornier auf,

Herrn Raimon Drut zu besuchen und ihm Grüfse zu überbringen; dieser

werde ihn sicherlich mit einem Reitpferd beschenken:

. . . hen vuoill que'm portetz salutt

a'n Raimon Drut qu'es tant valens

^

que j' i anatz

segurs si'atz

qu' encavalgatz

vos en partatz

ans que iscatz

del repaire.

(Witthoeft, Sirv. joglaresc, S. 5if.)

Diesen Raimon Drut identifiziert Witthoeft S. 33 , Anm. 1 1 mit Raimon

Rogier v. Foix und Andraud S. 66 ff. stimmt ihm daiin mit aller Entschieden-

heit bei: Les rapports eiroits etttretenus par Raimon Rogier avec le comte de

Toulouse et le z'icotnte de Beziers fournissaient sans doute ä Miraval mainte

occasion de voir ce prince et liii donnaient le droit de le faire figurer dans

ses vers. Wenn Miraval den Joglar Fornier an die Freigebigkeit des Raimon

Drut verweist, so steht das offenbar vollkommen im Einklang mit Äliravals

oben angeführtem Preise der Freigebigkeit des Pastoret, ja ich meine, die letztere

Äufserung müfste es geradezu auffällig erscheinen lassen, wenn in keinem der

drei Sirventese, in denen Miraval bedürftigen Jogiars die Adresse freigebiger

Dichterfreunde namhaft macht, des Pastoret gedacht wäre. Dafs Raimon Rogier

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