Zeitschrift für romanische Philologie

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DOCUMENTOS CERVANTINOS HASTA AHORA INEDITOS. 373

sie sei 28 Jahre alt, so hat sie sich nach Frauenart um ca. 8 Jahre jünger

gemacht. Constanza ihrerseits nennt sich sogar in einem und demselben

Dokument (L Bd. Nr. 50 ex 1614) „de Figueroa" und „de Ovando" [?]. Ein

Don Pedro de Lanuza, Ritter des Ordens von Santiago, verpflichtete sich

1596 ihr 1400 Dukaten in 7 Jahresraten zu geben. Don Pedro war damals

kaum älter als sie (I. Bd. Nr. 31

läfst sich nur ahnen.

n), und auch der Grund dieser Verpflichtung

Die jüngere Schwester des Cervantes schreibt sich in der Regel „Magda-

lena Pimentel de Sotomayor", in dem oben erwähnten Vertrage mit Lomelin

aber „Magdalena de Cervantes". Abgesehen von dem Prozefs mit D. Alonso

Portocarrero finden wir, dafs sie 1581 den Juan Perez de Alcega , früheren

Schreiber der Königin Ana de Austria, auf Erfüllung eines Eheversprechens

klagte, sich dasselbe aber von ihm um 300 Dukaten abkaufen liefs (II. Bd.

Nr. 23). Als 1605 der Edelmann D. Gaspar de Ezpeleta in der Nähe des

von der Familie Cervantes bewohnten Hauses in Valladolid im Zweikampfe

tötlich verwundet worden war, vermachte er ihr auf dem Totenbette „por el

anior que la tiene" ein seidenes Kleid, welches sie als Laien schwesteV nicht

einmal tragen konnte. Bei dem Verhör, welches mit allen Bewohnern des

Hauses angestellt wurde, sagte sie jedoch unter Eid aus, dafs sie Ezpeleta

niemals gesehen habe, bevor man ihn verwundet in ihr Haus brachte. Jenes

Legat erkläre sich aus seiner Dankbarkeit dafür, dafs sie ihn in den letzten

Stunden seines Lebens gepflegt habe. Pastor bringt im ersten Anhang des

II. Bandes die gesamten Prozefsakten zum Abdruck. Magdalena trat am

2. Febr. 1610 als eine der ersten Spanierinnen in den 3. Orden des heihgen

Franciscus ein (Ihre Profesiön IL Bd. Nr. 73). In ihrem interessanten Testa-

ment vom II. Okt. 1610 (IL Bd. Nr. 84) erzählt sie, dafs ihr ein D. Fernando

de Ludena noch aus der Zeit vor seiner Heirat 300 Dukaten schulde, sie aber,

als sie die Summe einforderte, durch physische Gewalt gezwungen habe, zu

unterschreiben, dafs er ihr nichts schuldig sei. Auch bezog sie von einem

Calatrava -Ritter 74 Dukaten „de panyaguas". Ludena scheint jene Schuld

nur mit dem schlechten Sonett vor den „Novelas exemplares^^ des Cervantes

beglichen zu haben. Magdalena setzte ihre Nichte Constanza zur Erbin

ein; auf diese übertrug sie auch ihr Erbteil nach ihrem in der Schlacht bei

den Dünen (1600) als Fähnrich gefallenen Bruder Rodrigo. Dies tat auch

Cervantes noch an demselben Tage (IL Bd. Nr. 86) so dafs Constanza nun

Alleinerbin ihres Oheims Rodrigo war. Der Sold, welchen man ihm schuldete,

war aber 1652 noch nicht ganz ausgezahlt. In Isabels Testament aus diesem

Jahre ist noch von einem Rückstande von 500 Escudos die Rede.

Eine alte Tradition meldete, dafs Isabel Trinitarierin geworden und in

das Kloster eingetreten sei, in welchem Cervantes beigesetzt wurde. Dieses

Kloster aber, hiefs es, sei übersiedelt, und so wufste man nicht, was mit

seinen irdischen Überresten geschehen sei. Aus den von Pastor im l. Anbang

des I. Bandes (s. auch IL Bd. Anhang 2) abgedruckten Dokumenten ergibt

sich jedoch, dafs Isabel diesem Kloster niemals angehört hat, wohl aber dafs

letzteres sich stets an dem Orte befand, wo es noch heute ist, in der calle

de cantarranas zu Madrid. Die Gründungsurkunden, sowie das weitere Vorgehen

der Stifterin Francisca Romero, welche eines Tages aufhörte, dem

Kloster die Renten, zu welchen sie sich verpflichtet hatte, auszubezahlen, sind

kulturhistorisch nicht uninteressant.

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