Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

374 BESPRECHUNGEN. W. VON WURZBACH,

Auch für die Geschichte von Cervantes' Werken ergibt sich aus den

„Documentos" manches neue. So findet sich darin u. a. der Vertrag, durch

welchen Cervantes am 14. Juni 1584 das Privileg seines Schäferromanes „La

Galatea" für 1336 Realen an den Buchhändler Blas de Robles verkaufte

(II. Bd. Nr, 25). Der vom Erfolg wenig verwöhnte Dramatiker Cervantes

erscheint am 20. Oktober 1585 als Zeuge bei einem Vertrage, welchen die

Frau des Schauspieldirektors Jerönimo de Veläzquez für diesen abschliefst

(I. Bd. Nr. , 24) was darauf hinweist , dafs er mit dieser beliebten Truppe in

Verbindung stand. Dafs der Komödienband von 1615 auf Kosten des Buch-

händlers Juan de Villaroel gedruckt wurde , wird neuerdings (II. Bd. Nr. 88)

bestätigt. Ausführlich erörtert Pastor im 3. Anhang des II. Bandes die Frage»

ob Cervantes der Verfasser des 1594 bei der Fiesta del corpus zu Madrid

und Sevilla aufgeführten, 1598, 1607 und 1617 anonym gedruckten Autos

„La comedia de la soberana virgen de Guadaliipe" sei, welches ihm

bisweilen zugeschrieben wird. Auch Pastor neigt sich der Ansicht zu, dafs

dies nicht der Fall sei.

Als die älteste Ausgabe des I.Teils des „Don Quixote" galt bisher

jene, welche 1605, als ein Quartband von 316 Blättern im Verlage des Hof-

buchhändlers Francisco de Robles erschien und in der Druckerei von Juan

de la Cuesta gedruckt wurde. Ihr Privileg ist vom 26. Sept. 1604 datiert.

Da jedoch Lope de Vega bereits am 14. Aug. 1604 in einem Briefe an den

Herzog von Sessa von dem Buche spricht, und auch der Verfasser des

Schelmenromans „ La plcara Justina ", welcher schon am 22. Aug. das

Privileg erhielt, den „Don Quixote" kennt, lag die Vermutung nahe, dafs eine

frühere Ausgabe existiere. Pastor weist auch aus den Büchern der Hermandad

de impresores de S. Juan Evangelista d la porta latina zu Madrid nach , dafs

schon am 26. Mai 1604 zwei Pflichtexemplare des „Don Quixote" an diese

Brüderschaft abgeliefert wurden. Es sei daher anzunehmen, dafs es eine solche

ältere Ausgabe wirklich gab. Aus verschiedenen Kriterien schliefst Pastor

weiter, dafs diese, in keinem Exemplar vertretene, älteste Ausgabe jener von

1605 völlig konform gewesen sein müsse (I. Bd. Nr. 38; II. Bd. 4. Anhang).

Neuerdings hat jedoch Rius (Bibliografia critica de las obras de C. II. Bd.

p. 227) Bedenken gegen diese Argumentation geltend gemacht, und es ist in

der Tat durchaus nicht bewiesen, ob die von Pastor angenommene Ausgabe

existierte. Beachtung verdient das von Pastor (I. Bd. 2. Anhang) publizierte

Inventar der Druckerei des Juan de la Cuesta aus dem Jahre 1595. Erhalten

ist auch ein Vertrag vom 12. April 1605, in welchem Cervantes dem Fran-

cisco de Robles und zwei anderen Vollmacht erteilt, die unbefugten Nach-

drucker des „Don Quixote" in Lissabon zu verfolgen (I. Bd. Nr. 39). Ge-

meint ist die Ausgabe „Lisboa, Jorge Rodriguez" (März) 1603.

Am 9. Sept. 161 3 cediert Cervantes das für 10 Jahre in Kastilien und

Aragon geltende Privileg, die „Novelas exemplares" zudrücken, für 1600 Re-

alen und 24 Freiexemplare des Buches an Francisco de Robles, wobei er

ausdrücklich sagt, dafs er keinen Buchhändler gefunden habe, der ihm mehr

dafür gegeben hätte (I. Bd. Nr. 47) — eine geringe Summe, deren sich Cer-

vantes erinnert zu haben scheint, als er dem Peregrino Espanol im „Pcrsiles"

einige harte Worte über die Knauserigkeit der Verleger in den Mund legte.

Wenn Cervantes 1613, als berühmter Mann, für die „Novelas" 1600 Realen

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