Zeitschrift für romanische Philologie

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LA PERFECTA CASADA. ETC. 375

erhielt, wie wenig mag der Unbekannte 8 Jahre früher für den I. Teil des

„Don Quixote'' bekommen haben? Aus dem Inventar des Francisco de

Robles, welches dieser 1607, gelegentlich seiner zweiten Heirat anlegte (I. Bd.

Nr. 40), ergibt sich, dafs er sogar noch eine Forderung von 450 Realen wegen

geliehener Gelder an Cervantes hatte. Um unbefugten Nachdruckern der

„Novelas" rechtzeitig zu begegnen, gab Robles am 28. Sept. 1613 zwei Vertrauensmännern

in Zaragoza die Vollmacht, die dortigen Raubdrucker, wenn

solche bemerkt würden, zu belangen (I. Bd. Nr. 48). Dies hinderte nicht, dafs

16 14, 1615, 161 7 drei unbefugte Ausgaben ia Pamplona, 16 14 und 1617 zwei

in Lissabon erschienen.

Auf Grund eines Sonettes von Göngora hält man Cervantes für den

Verfasser der offiziellen „Relacion" über die Festlichkeiten, welche 1605 zu

Valladolid anläfslich der Geburt des späteren Königs Philipp IV. stattfanden.

Das 77. Dokument des II. Bandes beweist jedoch, dafs diese Arbeit im Auf-

trage des Hofes von dem dazu berufenen Hofchronisten Antonio de Herrera

ausgetührt wurde, was jedoch nicht ausschliefst, dafs Cervantes nicht auch

eine solche „Relacion" geschrieben haben könne. Zwei andere, kürzere

Traktate über diese Vorgänge, welche noch bekannt sind, rühren bestimmt

nicht von ihm her.

Dies sind die wichtigsten Tatsachen, welche sich aus den „Documentos

Cervantinos" ergeben. Viele, auf Cervantes und seiue Angehörigen bezügliche

Urkunden sind noch nicht aufgefunden worden. Das dem I. Bande beigegebene

Verzeichnis der „Videnda" zählt deren 48 auf, von welchen allerdings im

II. Bande einige zum Vorschein kommen. Wie die Familie Cervantes zu dem

Beinamen Saavedra kam, ist noch unaufgeklärt. Eine willkommene Beigabe,

welche anderen Forschern zustatten kommen wird, sind die Faksimiles der

Handschriften sämtlicher Mitglieder der Familie Cervantes.

Es ist ein trauriges Zeichen für die Landsleute des unsterblichen Ver-

fassers des „Do7i Quixote", dafs ein Werk von der Bedeutung des vorliegenden

auf Kosten eines hochherzigen Mäcens gedruckt werden raufs. AVer in

Deutschland eine derartige Publikation über einen unserer Geistesheroen plant,

dem braucht um einen Verleger nicht bange zu sein. So ist das Urteil

Buckle's über Spanien leider noch immer nicht Lügen gestraft worden.

WoLFG. von Wurzbach.

La perfecta casada por el maestro fr. Luys de Leon. Texto del

siglo XVI. Reimpresiön de la tercera ediciön , con variantes de la primera,

y un prölogo por Elizabeth Wallace, miembro del cuerpo de profesores de

lenguas romances de la universidad de Chicago (The decennial publications

of the university of Chicago. Second series, volume VI. Chicago 1903,

XXVII + 119 PP- gr. 8". $ 1.50.

Unter Luis de Leon^s Werken erlangte keines solche Verbreitung wie

sein Hausfrauenspiegel {La perfecta casada), welcher zum ersten Male 1583

zu Salamanca als Anhang seines gröfseren Werkes „Los nombres de Christo"

erschien. Der Verfasser erfreute sich als Augustinermönch und Professor der

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