Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

382 BESPRECHUNGEN. H, R. LANG, REVISTA LUSITANA, BD. V— VIL

lusitanien. Wieder-Ab druck eines in A^x Revue celtique (Bd. 22, p. 307—^311)

veröffentlichten Artikels. — A. Thomas Pires, Tradigoes e Costumes

populäres. — J. Leite de V., Miscellai^ea Ethnographica. Fortsetzungeines

in Bd. 5 begonnenen Artikels. — J. C, Cantigas devotas. — P. A. d'Azevedo,

A respeito da antiga orthographia portuguesa. (Um documento de Mon93o

de 1350; A orthographia de documentos de Tui e Valen^a; Antiga orthographia

gallega). Ohne neue Ergebnisse. — J. C, Cantigas geographicas. —

Miscellanea. J. Cornu weist die dem portug. eigene Bedeutung „Gesäfs"

des port. cadeiras , span. caJeras, cadera, quadrü, im \z.t, cathedrae nach

(cf. Juvenal, VI, 91).

Nr. 4. J. Lei te de V., Tradigoes populäres portuguesas no sec. XVIII.

— M. Marques de Barros, O Guineense. Fortsetzung der trefflichen, in

Bd. 5 begonnenen Arbeit über den Dialekt des portugiesischen Guinea. —

J. C, Cantigas geographicas. Fortsetzung des obigen Beitrags. — Otto

Kl ob, Dois episodios da „Demanda da Santo Graal". Veröffentlichung

von zwei Auszügen aus der portug. „Devianda da Santo Graall", deren ein-

ziges bis jetzt bekanntes handschriftliches Exemplar sich bekanntlich in der

Wiener Hofbibliolhck befindet und nur zum geringern Teil (die ersten

75 Blätter von im ganzen 199) 1887 von Reinhardstöttner höchst unbefriedigend

herausgegeben wurde. Klob nimmt an, dafs diese aus dem 15. Jahrhundert

stammende IIs. die Abschrift eines älteren, verschwundenen portugiesischen Codex

sei, der dem I4. Jahrhundert angehören und zum Schlufs berechtigen dürfte,

dafs Portugal schon im I4. Jahrhundert einen unmittelbar aus dem franz.

Original ins Portugiesische übersetzten vollständigen Graalcyclus besessen habe.

Wie Klob richtig bemerkt, bedarf es zur Bestätigung dieser Vermutung einer

eingehenden Vergleichung des spanischen Textes mit dem portugiesischen.

Diese Vermutung erhält aber durch die Existenz von fünf auf franz. Originale

zurückgehende altportugiesische Lais der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts,

sowie durch den jetzigen Stand der Amadisfrage eine starke Stütze. Die zwei

von Klob veröffentlichten Auszüge sind: \. As tres maravilhas da foresta

de Corberic (fol. 183 v"— 185 v"b) und 2. A morte de rei Artur (fol. 192 v^b

bis 196 r^b). Die spärlichen Anmerkungen zum Texte beschäftigen sich fast

ganz damit, auf wohlbekannte und erklärte sprachliche Erscheinungen aufmerksam

zu machen. So p. 334, Anm. 2, die Krasis der Perfect-Endungen

•eo zu e, -io zu t, cf. z. B. J. Leite de V., Subdial. alemtej. p. 4— 5; Lang,

ZfrPh. XVI, 219 (den Graal betreffend) und Liederbuch p. CXLVL P. 334,

Z. 13 von unten, 1. fnaravilka [era"]; p. 335, Z. 13 von oben, 1. escaeceu statt

escaecou; p. 335, Z. 4 von unten: Ob in deslealdade sa filha wirklich, wie

Klob meint, eine wörtliche Übersetzung der franz. Konstrulition vorliege, oder

nicht vielmehr einfacher Ausfall von de, mufs dahinstehen solange der ganze

Text nicht bekannt ist. Mir ist diese franz. Konstruktion im Portugiesischen

sonst noch nie begegnet. P. 336, Z. 21 von oben, ergänze \dar'\ nach/üz^j;

cf. Z. 19; p. 338, Z. 21 1. avia statt oviu ; p. 339, Z. 10 von unten, 1. entendedor

statt encendedor ; t und c werden leicht verwechselt; p. 341, Z. 5, 1. senhor

statt sonhor.

II. R, Lang.

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