Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

WORTGESCHICHTLICHES, 4O9

beschwerden und Fräulein Paullet sandte ihm als Heilmittel ein

Armband aus 'ejade', wofür er ihr in dem Briefe dankte, der uns

den ersten Beleg für das Wort gibt. Ich denke dem gegenüber

wird man nicht in span. ijada eine volksetymologische Umgestaltung

von franz. (e)jade sehen wollen, sondern in voller Übereinstimmung

mit dem historischen Verhältnis der Belege in frz. ejade eine Entlehnung

aus span. ijada. Das ital. giada kann aus dem Französischen

oder aus dem Spanischen stammen, eher aus ersterem.

Annibale Briganti aus Chieti, der 158g das Schriftchen des Monardes

ins Italienische übersetzte, kennt das Wort offenbar noch nicht,

denn er sagt pieira dei fiatichi.

Ven. onfegar,

Dafs ven. onfegar 'insudiciare, insucidare, far sucido, sporco, e

s' intende per lo piü de' panni bruttati da untame e simile' (Boerio)

auf ^'olficare zurückgehe, ist ein ziemlich nahe liegender Gedanke.

Lautlich läfst sich nichts einwenden, da / vor Konsonanten zu 71

im Venezianischen in ziemlich weitem Umfange begegnet, s. Arch.

Glott. I 398 Anm. Weniger leicht ist es, über den ersten Teil ins

klare zu kommen, Lat, olfacere bedeutet 'riechen' und zwar in

durchaus indifferentem Sinne, es liegt also begrifflich ebenso fern

wie formal, wenn sich auch vielleicht ein immerhin betretbarer Weg

zeigen liefse, der von olfacere zu olf-icare hinüberführt. Begrifflich

erwartet man oleum im ersten Teile, so dafs also die Grundbedeutung

'Ölflecken machen' wäre, formell unter allen Umständen einen

Nominalstamm. Nun würde nach oleitas zu schliefsen eine entsprechende

Bildung mit oleum ja wohl oleificare zu lauten haben

und es würde sich fragen, ob daraus nicht hätte oljificare werden

müssen. Bedenkt man aber, dafs oleum dreisilbig geblieben ist,

ob man nun die Einführ, in die rora. Sprachw. S. 135 oder die

von Herzog Streitfragen der rom. Phil. I 104 gegebene Erklärung

dieser Dreisilbigkeit vorzieht, so wird man die Frage zu verneinen

haben und von oleificare über oleficare zu olficare gelangen. Ein

anderer Einwand wäre der, dafs die Verba auf -ficare, so beliebt

sie namenthch im Neulateinischen und dessen Spiegelbildern im

Romanischen und Germanischen sind, doch so wenig volkstümliche

Vertreter haben, dafs man ihre Beliebtheit in der römischen Volks-

sprache bezweifeln kann und demgemäfs auch nicht belegte

Bildungen zu konstruieren nicht wagen darf. Allein wir wissen

heute, dafs doch eine Anzahl der überlieferten ficare-Y&chdi volkstümlich

weiter leben: aigier aus aedificare ist freilich nur aus dem

Hebräofranzösischen bekannt (A. Darmesteter Rom. V 14g, 3), er-

hält aber durch port. eivigar (Cornu Gr. Grundr. I S. 768 § 185,

C. Michaelis Rev. Lus. III ig) eine willkommene Stütze, air. panechier

aus panificare hat A. Thomas nachgewiesen, Essais de phil. fran^.

125, aus dem Hebräofranzösischen hat schon A. Darmesteter /rö-

iigier hervorgehoben und gerade hier begegnen noch mehr derartige

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