Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

Armenisches im „Daurel e Beton".

In den Quellenstudien, S. 344 ff., habe ich auf die armenischen

Bestandteile hingewiesen, die sich im „Beuve de Hanstone" entdecken

lassen. Da nun aber der „Beuve" in engen Beziehungen

zum „Daurel e Beton" steht, schon durch den Umstand, dafs dies

letztere Gedicht die Schicksale des Sohnes Beuve's behandelt, so

liegt es nahe, auch an armenische Elemente im „Daurel" zu denken,

und die nachfolgenden Zeilen werden, so hoffe ich, ziemlich wahrscheinlich

machen, dafs der „Daurel" aufser dem „Beuve" 1 auch

noch selbständig armenische Quellen benutzt hat, die ihm auf

irgend eine Weise, mündlich oder schriftlich, direkt oder indirekt,

zuflössen.

I. Eigennamen, i. Ich betrachte zunächst einen Punkt, den

ich bereits in den „Quellenstudien" (S. 375 Anm. 2), aber nur

ganz flüchtig, angedeutet habe. Es handelt sich um die Erklärung

eines dunkeln Ausdruckes bezw. Namens, der sich in V, 146 des

„Daurel" findet. Kaiser Karl d. Gr. gibt dem Herzog Beuve (Bove)

seine Schwester Ermenjart zur Ehe und redet ihn dabei an: „Duc

de bon aire, filh del . . . Augier". In der Hd. steht nach „del"

ein Wort, über das der Hg. das folgende bemerkt: Apres „del"

il y a un mot dont je ne puis lire la premicre lettre, qui est

effacee; le reste forme „anne"; faut-il corriger „danes"? Dieser

Konjektur entsprechend bezeichnet P. IMeyer im Eigennamenverzeichnis

der Ausgabe den hier genannten Augier geradezu und

ohne Äufserung eines Zweifels als „Ogier le Danois, pere du duc

Beuve". Diesen Augier mit dem berühmten dänisch-französischen

Helden Ogier zu identifizieren und den letzteren demgemäfs als

Vater Beuve's de Hanstone zu betrachten, scheint mir aber in

hohem Grade bedenklich; eine solche Auffassung wäre unerhört

und findet m. W., abgesehen von dieser einzigen Stelle, im ganzen

französischen Volksepos nicht die geringste Stütze; sie steht sogar

in direktem Widerspruch zu dem Gedicht von Beuve de Haustone,

wo ja der Vater Beuve's den Namen Gui führt; überdies ist nicht

1 Über Benutzung des „Beuve" als Quelle durch den Verf. des „Daurel"

s. P. Meyer in der Einleitung seiner Ausg. des Gedichtes (Societe des Anciens

Textes, Paris 1880) S. XXI IT.

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