Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

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C. OLLERICH,

und dem Staatsarchiv von Cagliari eingesehen hatte, nicht be-

wahrheitet. Andrerseits ergab eine Untersuchung des Inhalts dieser

Nummer, dafs dieselbe die Echtheit der schamlosesten Fälschung,

der phönikisch-sardischen Götzenbilder,* bezeugen sollte, also im

Vorhinein unter allen Umständen gefälscht sein mufste. Da nun

diese Nummer, ein Privatschreiben, obendrein in katalanischer

Sprache abgefafst ist, so mufste auch ihre sprachliche Untersuchung

voraussichtlich deren Unechtheit erweisen, da nicht anzunehmen

war, dafs ein Nichtromanist, auch bei gründlicher Kenntnis

der vielen katalanischen Stücke der sardischen Archive, in den

vierziger oder fünfziger Jahren ein derartiges Schriftstück ohne

sprachliche Fehler hätte anfertigen können. Einer meiner Schüler,

Herr Dr. Carl Ollerich, Verfasser der wertvollen Dissertation: Über die

Vertrettmg dentaler Konsonanz durch u im Kaialanischeti , Bonn 1887,

hatte sich sehr eingehend auch mit dem älteren Katalanisch beschäftigt;

ihn reizte die Sache und er lieferte mir in wenig Tagen

am 20. Juli 1895 die im fg. abgedruckte sprachliche Untersuchung,

die für diese allerletzt noch irgendwie paläographisch in Frage

kommende Nummer der Arboreasammlung die Unechtheit und

Fälschung auch sprachlich klar und sicher nachweist. Der Verfasser

hat noch eine zweite katalanische Nummmer derselben

Sammlung, das Papierblatt II (S. 452 in P. Martini's Abdruck), in

seiner sprachlichen Untersuchung mit einbegriffen, das zu dem

Virde'schen Schreiben (Papierblatt XII) in allerengster Beziehung

steht. Es will die Abschrift einer Grabinschrift eines Marone Sesto,

Bürgers von Nora, sein, die in den Trümmern von Torres aufgefunden

sein will. Dieselbe ist mit andern Abschriften und

Zeichnungen von dem Briefschreiber Giov. Virde der Nummer XII

verfafst und mitsamt jenem Schreiben an seinen Korrespondenten

Michele Gilj bei dem.selben Anlafs geschickt worden. Es ist also

nach dem Plan der Fälschung von demselben Manne bei derselben

Gelegenheit abgefafst, mufste also auch zusammen behandelt werden.

Foglio cart. II.

W. FOEKSTER.

[S. 452] Maich Quint Cicero ha evihiat (invio) en Nora Maroni (Marone)

Sest hom dot (dotlo) y molt rieh ciutadä de Nora de lo quäl | xtio\\.^ favors

(favori) ha rebut com son gran amich que {Q,o%\\sS) era fil de Timena de Nora]

cap dels Sarts qua anaren contr J^Iarch Emilj Lepidj e son legat Presena quant

havia sol- levores \ (fece soUevare) algunes gentes que ha fet molts trabayls

E per be (per il bene) dela Ciutat a poder de son en- genj |

.

Maronj sen

venya en Nora per a petidre lengua (prender lingua) dels affers de Sisarj

(Sisare) de Caller que |

se diya que fos enamich de Pompej e parlas mal de

1 Vgl. Ettore Pais in Attt Lincei 1881, S. 117 fg. und Bull. Arch. Sardo

1884, S. 192 fg.

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