Zeitschrift für romanische Philologie

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456 VERMISCHTES. ZUR WORTGESCHICHTE.

und Her von 'Ich glaubs!' und 'Ich glaubs nicht!' hinauskäme.

Der Feuerbock z. B. führt aufser Bock noch die Namen Rofs, Hengst,

Stute, Kuh, Bär, Katze, Ziege, Hund, wird also immer nach einem

vierbeinigen Tier genannt, und dieser Name blieb, als das Gerät

im Kamine — dreibeinig wurde." Wenn ein Getreidehaufen mit

einer Ziege, einem Pferde, einem Gänschen verglichen wird, so

macht das noch nicht wahrscheinlich dafs er auch mit einer Mühle

verglichen werde. Die Volksphantasie ist doch nicht unbegrenzt

wie die Höflingsgeschmeidigkeit eines Polonius, und zudem ist ein

Schober keine Wolke. In Bezug auf norm, rö^, coqueron „Schober"

sagt Horning S. 14g: „Dafs wir es hier mit coq „Hahn" zu tun

haben, ist wohl zweifellos." ]\Iir ist es zweifellos dafs das Wort

von Haus aus nichts mit dem Hahn zu tun hat, wenn auch dessen

Vorstellung sich dann beigemischt hat. Behrens der in der Anmerkung

angeführt wird, hat Recht; ich hatte schon früher (Rom.

Etym. II, 22^. ig 2) die Stellung und den Ursprung des Wortes erläutert.

Das „Gänschen" ist als nächster Hausvogel dem „Hahne"

gefolgt. Beim mdl. -franz. harz denkt Horning an franz. harge „Barke",

bezweifelt aber befremdlicherweise den Zusammenhang mit und

zwischen ital. barca „Barke" und „Schober". Gerade das ital. Wort

konnte ihm eine Stütze für seine Erklärung abgeben; nach Tommaseo-

Bellini unterscheidet sich die barca von der bira dadurch dafs sie

mehr lang als breit, die letztere aber rund ist. Indessen glaub

ich würde Horning wiederum in seiner Erklärung wankend werden

wenn er das Wort in das Hochgebirge hinein verfolgte, in die

oberital. Mdd., ins Ladinische, ins Schweizerdeutsch. Der von

mir angenommene Zusammenhang von franz. meule mit gewissen

keltischen Wörtern erscheint mir auch jetzt noch zu innig als dafs

ich ihn der Ähnlichkeit des Schobers mit einer JMühle ojifern

möchte. „Eine recht lebhafte Phantasie" setzt Plorning für die

Bezeichnung des Schobers als „Kosaken" voraus. Da ruf ich aber

ein entschiedenes Nein, und spreche eine Vermutung aus die

wenigstens an einem Punkte einen festen Halt hat. Slow, köza

(Ziege), közel (Ziegenbock), kozilc bezeichnet eine Art von Schober,

die „Garbenharpfe"; das Wort ist ins Madjarische sowie in das

Deutsche Tirols und Kärntens eingedrungen (s. mein Slawo-d. und

Slawo-it. S. 68). Konnte es nach \\'estfrankreich gelangen? Man

bringe eine Abbildung von dem (?) cosaque.

Ital. inolo.

Irl. oCHUCHARDT.

Der Ilerleitung des ital. ven. molo (gen. niö) 'Ilafendamm' aus lal.

möles stellen sich, wie bereits Ascoli Arch. glott. IV > 360 bemerkt hat,

Vgl. auch Gröber Arch. f. lat. Lex. IV 436.

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