Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

CEUVRES COMPLETES DE EUSTACHE DESCHAMPS. 46Q

R. führt den Nachweis (p. 327 ff.), dafs wir in den Grandes Chroniques

Spuren seiner historiographischen Betätigung als Kollaborators Pierres d'Or-

gemont besitzen. Die Hypothese hat ziemliche Wahrscheinlichkeit für sich,

obwohl die Argumente nicht ganz stichballig erscheinen. "Wenn nämlich R.

(p. 330) aus der Übereinstimmung gewisser Wendungen, die eine Ballade D.'s

mit den Grandes Chroniques gemein hat, die Redaktion dieses Teiles der

Chronik auf D. zurückführen will, so läfst sich doch dem entgegenhalten, dafs

D. eben diese Ausdrücke erst aus der Chronik selbst, die er ja kannte, gewonnen

haben kann. Auch die Anspielung auf die letzten Kapitel der Chronik

in einer anderen Ballade (N. 11 25) sind nicht durchaus entscheidend. Immer-

hin läfst sich die Hypothese halten, nur kann diese Frage, wie R. selbst zu-

gibt, keine Antwort erhalten, die absoliiment affirmative ni absohtment ne-

gative wäre.

R.'s letztes Kapitel Fieces dues personnellement ä D. betitelt, gibt einen

kurzen Überblick über die erotischen, burlesken, satirischen und didaktischen

Gedichte und die Zusammenstellung einer Anzahl historischer und kultur-

historischer Bemerkungen, die aus D. zu gewinnen sind. Was darunter für

D.'s Persönlichkeit selbst von Wichtigkeit sein kann, wurde oben mit der

Biographie besprochen; das übrige kann, als für die Literaturgeschichte von

minderer Bedeutung, hier unberücksichtigt bleiben. Im Appendix endlich

weist R., nachdem er vom Livre de memoire gehandelt, zwei Werke, die man

verloren glauben könnte, den Chapel de fleurs , von dem D. spricht, und die

Dicties vertueux, die Philippe de Maizieres Karl VI. zur Lektüre anempfiehlt,

mit gutem Grunde als selbständige Werke des Dichters ab, und mit gleichem

Rechte spricht er D. die "Verfasserschaft des Chapel des trois fleurs de lis

d'or und der Übersetzung des De re tnilitari des Vegetius sowie die Be-

teiligung am Livre des Cent Balladcs ab.

^ HOEPFFxNKR.

Brandin, Louis, Les gloses frangaises (Loazim) de Gerschom de Metz.

Paris, Durlacber, 1902, 76 SS. 8". (S.-A. aus der Revue des etudes juives,

1901.)

Eine Introduction bespricht die Bedeutung der jüdisch-romanischen

Glossen , wobei einige Proben aus B. N. 302 hebreu mit den gegenüber-

gestellten Entsprechungen aus Raschis Glossen zum Zwecke der Nachweisung

dtr Abhängigkeit des Glossars Rabbi Josefs, des Sohnes Simsons, von Raschi

mitgeteilt werden. Ein Abschnitt Historique gibt Nachträge und Besserungen

zu Darmesteters diesbezüglichen Abhandlungen und bespricht kurz die neun

hieher gehörigen Glossare. Der Transskription ist ein eigenes Kapitel unter

Heranziehung aller dieser Manuskripte gewidmet. Die Besprechung der lite-

rarischen Tätigkeit des Gerschom de Metz ist die Einleitung zur Aufstellung

des Stammbaumes der Handschriften. Dann folgen die Glossen mit Kommentar

und als Condusion ein „Tableau phonetique du fran^ais parlö dans la region

messine par les Juifs ä la fin du Xe siecle."

^lanches wird an der Arbeit, die G. Paris gewidmet ist, den Beifall der

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