Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

STUDI GLOTIOLOGICI ITALIANI. 485

geleiteten über. Dann kommen die von Ständen, Berufen, Handwerken ab-

geleiteten an die Reihe, Es folgen darauf die Übernamen wie Bonalbergo z. B.,

endlich die verbalen Zusammensetzungen imperativischer Art wie Battiferro,

PelagaUi, Pigliavento u. s. w. In einem zweiten Kapitel werden die aus

Pflanzennamen hergeleiteten Ortsnamen behandelt: Ceresa (Cerasus), Avezzo

(abies) oder Obstarten Figara (Ficus), Granella (granum). Besonders häufig

sind die mit Silva gebildeten. Darauf folgen die von Tiernamen abgeleiteten

(z. B. Leore von lepus-oris), Lovo (lupus) , wobei capra, cervus, Culex am

häufigsten den Stamm bilden. Die Adjektivbildungen, welche im vierten

Kapitel behandelt werden, enthalten fast immer auch ein Substantiv : Colleaverto,

Rioalbo, Vallongo, Montemaggio; nur selten finden wir Adjektiva allein wie

Amara, Anika, Noru, Plann als Ortsnamen verwandt. Darauf folgen Ortsnamen,

die von der BodenbeschafTenheit herkommen; namentlich kommen

Zusammensetzungen mit aqua vor {Acqnahona, Pontehhia), solche mit CAirpus

[Campestre, Campese), mit mara (Sumpf) Marazza, Marisio, mit MONTE

{Tramonte, Montecchia), PETRA [Prea, Priola) , Rivus {Rio, Riello), VADUM

(Vado, Vadeferraw), VALLis [Lavalle . Valegio). Den Schlufs bilden Orts-

namen verschiedener Herkunft wie Balesca (von basilica), Arco (von ARCUS),

Ferrazze (von FERRUM), auch Ableitungen aus Zahlwörtern {Noveca^npi, Terzo,

Zinquanta etc.). Die kurze phonetisch-morphologische Übersicht, die V. noch

seiner Abhandlung hinzufügt, vermag für den Vokalismus der Ortsnamen recht

wenig, etwas mehr für den Konsonantismus, am meisten für Besonderheiten,

wie z. B. das Zusammenwachsen des Artikels mit dem Nomen zu bieten. Am

Ende befindet sich noch ein Index der wichtigsten Namen.

Über die arabischen Bestandteile des sizilianischen Dialektes ver-

breiten sich auf p. 225 — 251 F. Seybold und De Gregorio in ihrem

Glossario delle voci siciliane di origine araba. Die Ansichten über

die Zahl der im Sizilianischen enthaltenen arabischen Wörter weichen ziemlich

von einander ab. Wissenschaftlich Zuverlässiges finden wir noch nicht in

Mich. Amaris Storia dei Musulmani di Sicilia, Le Monnier vol. III,

879. Er nahm 104 arabische Wörter im Sizilianischen an, während Vincenzo

Mortillaro in einem Artikel des Arch. stör. sie. N. S. VI, 1881

die Zahl auf 224 erhöhte, freilich ohne genaue Etymologien anzugeben, und

indem er gar manches unsichere aufnahm. Nach Avolio (Introduzione

allo studio del dialetto siciliano Noto 1882) sind die dem Sizilianischen

speziell angehörigen arabischen Wörter nur 68, Gioeni in seinem Saggio

di etimologie siciliane Palermo 1885 fügt manche hinzu, wenn auch viele

nicht mehr gebräuchliche, A. Traina in seinem Vocabolarietto delle

voci siciliane dissimili dall'italiano gibt 50 an. Mit Einschlufs der

auch dem Italienischen gemeinsamen aus dem Arabischen stammenden Wörter

und mit Ausschlufs der Ortsnamen nehmen de Gregorio und Seybold als

Zahl 200 an; dabei rechnen sie freilich einige Wörter nicht ganz sicherer

Herkunft ein, die sie in Klammern beifügen. Die bei weitem gröfste Anzahl

der verzeichneten Wörter sind Substantiva; nur neun Verba, fünf Adjektiva,

ein Adverb und ein Ausrufungswort finden sich darunter. Unter den von

de Gregorio vorgebrachten Etymologien finde ich einige doch recht gewagt.

So bringt er ,,accanzari" im Sinne von „allmählich erreichen" mit dem arab.

„ALCANZ" (verborgener Schatz) oder auch das „Ding, in dem der Schatz

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