Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

492 BESPRECHUNGEN. ALFRED SCHULTZE,

Einige Zusätze). — S. 138 — 14O. W. Foerster, Kristian von Troyes,

Yvain. Textausgabe. 2. Aufl. (Wolfg. Golther. Hebt die Wichtigkeit der

neuen Erörterung der Quellenfrage in der Einleitung hervor). — S. 140— 141.

Murray Anthony Potter, Sohrab and Riistem, the epic theme of a

combat het-äieeji father and son (Wolfg. Golther). — S. 14I — 142. Lady

Charlotte Guest, The Mabinogion (Wolfg. Golther: Der Neudruck ist

hochwillkommen). — S. 142—144. P. Maurus, Die Wielandsage in der

Litteratur (Wolfg. Golther: Tüchtige Arbeit). — S. 144— 145. Gaston

Paris, Vie de Saint Alexis. Nouv. ed. (E. Stengel). — S. 146 — 220,

W. Foerster, Kristian von Troyes, Cliges. Textausgabe. 2. Aufl. (Georg

Cohn. Erster Teil einer sehr eingehenden Anzeige, deren Schlufs im Bd. XXVII

unter den „Abhandlungen" S. 117— 159 als ,, Textkritisches zum Cliges" folgt.

Cohns Arbeit legt wieder einmal Zeugnis ab von dem Umfang und der

Sicherheit seiner Kenntnis des Altfranzösischen, von der eindringenden Sorg-

falt seines Studiums des Textes, von seinem Scharfsinn in der Beurteilung des

handschriftlichen Apparates und nicht zuletzt von den offenbar erstaunlichen

Sammlungen, die ihm zur Verfügung stehen und die auch — mit vollem

Rechte und oft schönem Erfolge — scheinbar Kleinstes und Unbedeutendes

nicht unbeachtet lassen. Gleichwohl kann ich Cohn's Resultaten nicht überall

zustimmen. Seine Rekonstruktionen des Archetypons und darüber hinaus des

Urtextes erscheinen mir oft doch gar zu kühn , sie stellen ra. E. gar zu häufig

subjektives Empfinden — Cohn gibt das selbst verschiedentlich zu — , Vermutungen

über persönliche Eigenschaften der Schreiber und andere nicht von

jedem gleich bewertete und bewerlbare Gröfsen als Faktoren in die Rechnung,

um auf allgemeine Zustimmung zählen zu können. Auch der Beweis lür die

einleitend aufgestellte These, dafs „allemal da, wo sich die Handschriften

in S 4- /? (= BCTR) oder Teil-^9 einer- und a * (= letzte gemeinsame Quelle

von APM) andererseits scheiden, der Lesart von S -f /? der Wert höherer

Urspiüuglichkeit zuzuerkennen sei", scheint mir nicht unumslöfslich erbracht.

Zweifellos ist dies Eine, dafs das Fehleu der V. 639—642 einen entschiedenen

Vorzug von S + /:? vor «2 bedeutet. Aber S und ß können hier unabhängig

das Richtige erhalten haben und brauchen nicht gemeinsam eine „ent-

wicklungsgcschichllich übergeordnete Form der Überlieferung" im Verhältnis

zu «2 darzustellen. Auch die übrigen Stellen, die C. S. 150— 155 zum Er-

weise dessen anführt, haben mich nicht ganz überzeugt. Z. 843 sind wir doch

vielleicht über mittelalterliche Tracht nicht hinreichend unterrichtet, um auf

Grund rein sachlicher Bedenken die Foerslersche Lesart als nicht recht vorstellbar

ablehnen zu dürfen. Z. 782 führt C. als Zeugnis dafür an, dafs «^

auch einem offenbaren Fehler von S + /9 gegenüber keineswegs die mutmafslich

ursprüngliche Lesart gegenüberstellt. Der Dichter beschreibt den dart d'arnors:

La coche et li penon ansanble Sont si pres, qiii bien les ravise, Que il n'ia

qiCune devise Atissi con d'une greve estroite ; Mes ele est si polie et droite,

Qu'an la coche sanz demander N'a rien qui face a amander. So lesen

APMB. Cohn mag nicht glauben, dafs eine so wenig klare Gedankenfolge

auf den Dichter zurückgehe, SRC ist noch schlechter: Que si est polie et

droite Qu'an etc. So vermutet C, aus dieser schlechteren Lesart sei die von

«'* durch Korrektur hervorgegangen, während der Urtext eine Form aufwies,

die dem Schreiber des Archetypons Anstofs erregte und zur Änderung Anlafs

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