Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

506 BESPRECHUNGEN. B. WIESE, GIORNALE STOKICO SUPPLEM. NO. 7.

ANNUNZI ANALITICI, PUBBLICAZIONI NUZIALI,

COAIUNICAZIONI ED APPUNTI:

R. Sabbadini, Del „Virgüius Petrarcae" delV Ambrosiana. Eine

wichtige Nachlese aus den Scholien Petrarcas in der Virgilhandschrift , die

unter anderem zeigt, dafs Petrarca -wirklich Ardua für Adda gebraucht hat,

dafs er den pseudovirgilianischen Culex kannte, dafs er den Kommentar des

Vacca zu Lukan und den des Aelius Dotiatus zu Virgils Bucolica besafs,

letzteren allerdings sicher nicht in ursprünglicher Gestalt, und dafs er selbst

eine Prosodie geschrielien hat, die er zweimal anführt. — A. Butti, Spi^o-

lature d' archivio mtorno a Francesco Albergati (yjiZ— 1804). Einige wenige

Zusätze zu !Masis bekanntem Buche über Albergati und seiue Zeit, des Dichters

letzte Lebensjahre und die Nekrologe über ihn betreffend.

CRONACA:

Periodici, kurze Mitteilungen, neuerschienene Bücher, Nachrufe für

Guglielmo Feiice Damiani, Willard Fiske und Giusto Grion.

Supplcmento No. 7.

A. Galletti, ü opera di Vittor Hugo 7iella letteratura italiana.

Verf. hat das anziehende Thema gut disponiert. In zwei Hauptabschnitten,

1827— 1851 und 1852—1870 behandelt er die Einwirkung Victor Hugos auf

die italienische Literatur. Ersterer bespricht nach einander die Lyrik, das

Drama und die Romane, letzterer Lyrik und Prosa. Die Einleitung stellt kurz

dar, dafs die italienische Literatur ihrerseits auf den französischen Dichter

keinen Einflufs gehabt hat. Selbst Dante und Petrarca hat Victor Plugo nicht

richtig aufzufassen vermocht, und seine Kenntnis der italienischen Sprache

war sehr mangelhaft. Doch hat er für seine in der Einleitung zum Cromwell

niedergelegte Theorie des Dramas Manzonis bekannter Brief an Chauvet einiges

beigesteuert, wie eine eingehende Darlegung zeigt.

Von 1827 an macht sich nun Victor Hugos Einllufs in Italien geltend,

aber lange nicht so tief und stark, wie man zunächst annehmen möchte. Die

romantische Schule hatte hier eben schon längst Wurzel gefafst unter Ein-

wirkung der deutschen und englischen Literatur, so dafs die französische

Romantik nichts Neues brachte. Zudem hatte Victor Hugo einen mächtigen

Konkurrenten, Lamartine, und endlich drängte die italienische Dichtkunst

schon seit 1821 auf das patriotische und politische Gebiet hin. In der Lyrik

hielten sich die bedeutendsten Dichter ganz oder fast ganz von Victor Hugos

Einflufi frei, und auch bei den weniger bedeutenden ist die Einwirkung nicht

gar zu grofs, so bei Betteloni, Gazzoletti, Capparozzo di Lanze, Regaldi,

Parzanese und anderen. Im Drama ahmte ihn Niccolini nur in der Rosmonda

d' Inghilterra nach, während die historisch-romantische Schiile mit Revere

Battaglia, dall' Ongaro und anderen manches von ihm annahm. Am meisten

wurden aber seine Dramen von gcwerbsmäfsigen Drameuschmierern und von

Librettisten ausgebeutet. Die Wirkung der Romane Hugos in Italien endlich

bis zum Erscheinen der Miserables ist fast gleich Null. Hier war bereits der

geschichtliche Roman vorhanden, der an Scott anknüpfte. Manzonis Promessi

Sposi und Hugos Notre Dame de Paris sind geradezu Gegensätze.

Von den Dichtungen, die Victor Hugo während seiner Verbannung aus

Frankreich verfafste, wurden in Italien nur die Chätiments nachgeahmt, und

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