Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

Lat. Ambitus im Romamsclieii.

Wahre Probleme sind auch Wahrheit.

Kuao Fischer.

Diez hat EW. I it. atida?ia, frz. a7idain »Schritt, Heuschwaden'

von aiidare abgeleitet. Gröber machte Arch f. lat. Lexikogr. und

Grammatik I, 238 (1884) v. ambitare (auch Miscell. di Filol. e

Linguist. Caix-Canello, 1886, S. 40/41) dagegen geltend, dafs diese

Wörter nicht aus andare herleitbar seien, da das Suffix -anus sich

nur mit der Nominalform verbinde, und schlug ambitus als Substrat

vor.i Ohne das Gröber'sche Etymon zu erwähnen, führte G. Paris,

Romania XIX, 449 fifg. (i8go) andain auf indaginem zurück.

folgte, wenn auch etwas zögernd, Settegast, Zeitschr. XV, 250.

Ihm

Seitdem

ist das Wort nicht wieder behandelt worden. In den Aufsätzen

über alkr-ajidare pflegt es mit Stillschweigen übergangen zu

werden; von Bovet und Stucke wird es mit drei Zeilen abgetan.

Eine Prüfung der Frage führte zu folgenden Ergebnissen:

1. Die Herleitung von atidain aus indaginem ist sehr unwahrscheinlich,

wo nicht unmöglich, die aus ambitus dagegen

sehr wahrscheinlich.

2. Ambitus lebt nicht nur in andain fort, sondern aufserdem

noch in einer nicht unbeträchtlichen Anzahl romanischer Bildungen.

3. Die Möglichkeit, dafs it. andare, sp. andar, prov. anar mit

ambitus in etymologischem Zusammenhange stehen, mufs in ernste

Erwägung gezogen werden.

Das zur Lösung der hier aufgeworfenen Probleme unentbehrliche

Material soll mit tunlicher Vollständigkeit zusammengestellt

werden.

Einige Vorbemerkungen über die Grundbedeutung des lateinischen

Wortes schicke ich voraus unter Benutzung der Programmabhandlung

F. Teichmüllers über Ambire, ambitio, ambitus (Wittstock,

1901): Der Unterschied zwischen circumire und ambire

gipfelt darin, dafs, während das circumire sich nach einer Richtung

hin vollzieht, um den Gegenstand vollständig, auch nach der Rück-

1 Gleichzeitig trat Gröber für die Gleichung ambitare} andare ein.

Zeitschr. f. rom. Phil. XXIX. 33

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