Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

5l6 A. HORNING,

leergemähte Raum selbst.i Dieser engere Gebrauch des Wortes

erklärt sich m. E. auf folgende Weise:

Beim Mähen geht der Landmann in etwas vorgebeugter Haltung

schrittweise vor, wobei die Füfse sich stets in einem gewissen Abstände

befinden. Diese Schrittweite ist, wie mir auf zahlreiche

Anfragen bestätigt wurde, verchieden nach Alter und Gröfse des

Mähers, nach der Länge des Sensenstiels, nach der Breite des

von der Sense bestrichenen Raumes: sie beträgt durchschnittlich

0,65 m,2 bleibt daher um etwa 0,10 m hinter der oben für den

ambitus angesetzten Länge zurück;^ wir haben es daher nicht

mit einer konstanten, mathematisch festgelegten, sondern mit einer

ungefähren Bestimmung zu tun. Die Schrittweite, respekt. das bei

jedem Ausschreiten abgemähte Gras wird mit aiide bezeichnet, zumeist

freilich nicht mit dem Primitivum, sondern mit einer suffigierten

Form, andain, andana, wo mit -anus, -ana auf das zum Schritt

Gehörende, im Bereich desselben Liegende hingewiesen wird. Der

andain ist also ursprünglich weder der ganze von der Sense bei

jedem Hiebe bestrichene Raum (dieser beträgt 1,20 m bis 1,50 m)

noch der Bogen, den die Sense beschreibt, sondern die , Schrittweite',

der zwischen den Füfsen des Mähers eingeschlossene Raum

(enjambee), etwa die Hälfte der von der Sense bestrichenen Weite.-*

Ist der Boden nicht allzu trocken, so heben sich die Fufsspuren

des Arbeiters deutlich vom Wiesengrunde ab und bilden eine Bahn

von etwa 0,60 m Breite ^ bei unbestimmter Länge, die durch zwei

gerade Linien begrenzt und nach beiden Seiten abgeschlossen

ist: auf dieser Anschauung beruhen it. sp. ajidana ,spazio in lunghezza

tra due file come di navi, di alberi e simili', it andana , Seilerbahn',

prov. a?tdano ,passage entre deux rangees de navires' u. a.,

fourrage que le fauchenr peut abattie en marcliant droit dcvant lui (Martelliere,

Gloss. du Vendomois).

* ,La trace tondue et vuide d'herbe que cbaque faucheur fait avec sa

faux' (Godefroy). Nach Grimm heifst Schwaden auch der kahle Strich, den

der Schnitter hinter sich läfst.

"^ Verschiedene Werte erhält man natürlich, je nachdem man den Absland

zwischen den Fufsspitzen oder den Fersen mifst; 0,65 m ist die mittlere

Entfernung.

2 In einem Belege im Grand Larousse ist von einem ,andain trop large'

die Rede.

* Verwandle Auffassung und Anschauung zeigt sich in jaimmee (= jambee),

la large ur de terrain qu'en labourant le vigneron prend, mene d'une

fois, ce qu'il peut cultiver avec la pioche ou le vessou, en allant droit devaut

lui, Sans effort de c6l6, c.ä.d. ä peu pr^s la largeur de l'dcartement des

jambes (Gloss. du Pat. de la foret de Clairvaux, von A. Baudouin) — und

in maneie, largeur de la pi^ce de ble que fauche le moissonncur pour former

une javelle (vgl. Grandgagnage s. v., se dit d'une dtendue ayant proportionuellement

beaucoup plus de longueur que de largeur; auch könne man qualifier

de matte'ie une ligne, une rangöe d'i^difices) ; das letzte Wort ist wohl identisch

mit maneie ,poignee, plein la main': s. Body S. XIV (in Bullet, de la Soc.

Li

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