Zeitschrift für romanische Philologie

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526 A. HORNING,

dafs der Einschub besonders häufig in Proparoxytona vorkommt;!

diese Beobachtung erhält eine willkommene Bestätigung durch die

in diesem Aufsatze beigebrachten Belege mit r intercalaire, wenn

sie tatsächlich auf ambitus zurückgehen.

4. Auch frz. andier, landier , Feuerbock' hat ambitus zum

Substrate:^ es ist buchstäblich ambit-arius.3 Diese Annahme zu

stützen, lassen sich zunächst, ich möchte sagen, äufsere Gründe

anführen. Du Gange gibt neben andena > ajidain auch andena

, Feuerbock'; andier (= lothr. (doe) kommt, wie oben gesagt, als

Nebenform zu aiidain , Heuschwaden' vor; umgekehrt erscheint

neben andier äd§ auch als , Feuerbock' {andain = gros chenet gibt

Ghambure, landin Fertiault ,Langage Verduno-Ghalonais'). Auch

die r-Epenthese findet sich, ßwöV/ (Labourasse, Gloss. de la Meuse),

prov. landr^ (Mistral v. landie), landre (Lespy und Raymond, Dic-

tionn. Bearnais, v. lande), einmal auch -on lotide (Favre, Gloss.

du Poitou, v. lande). Endlich ist auch die Reduktion des Nasals

bezeugt in wallon. adier (bei Hecart).

Zur sachlichen Erklärung sei bemerkt: der landier, der im

Laufe der Zeit mannigfaltige Gestalt und Verwendung zeigt, besteht

im Wesentlichen aus zwei Eisenstäben, die auf einer Unterlage

ruhten und auf welche das Brennholz aufgelegt wurde: diese Stäbe

hatten m. E. die Länge eines andain und wurden danach benannt;

in der französ. cheminee stehen sie senkrecht zur Kaminwand. Zu-

weilen war an dem andier eine Stange angebracht , chenet ä tige

dont l'extremit^ evasöe pouvait recevoir une tasse pour tenir chaude

une boisson' (s. Fertiault, 1. c.).4 Ruhte der Eisenstab auf einem

Gestelle, dessen beide Füfse einen Winkel bildeten, so bekam der

Feuerbock die Gestalt eines Dreifufses:^ so ist wohl dAi^xov. andere

(andes, enders) in Levy's Supplementwörterbuch zu verstehen, das

P. Meyer mit landier, Levy mit Dreifiifs wiedergibt.6 Zur Veranschaulichung

des Gesagten wird hier (Figur nebenstehend) der

landier abgebildet, der sich im Besitze des Hohenlohe-Museums in

^ Zu den dort {genannten kommen noch culcitra (neben culcita) und

it. anitra. — Zu dem oben besprochenen landon .lisi^re' gibt Dottin

ein lädrd.

^ Nach Meyer-Lübke, Einführung in das Studium der Romanischen

Sprachwissenschaft, wäre amitem »Querholz, Tragstange' nordfranzösisch zu

ante geworden.

' Rydberg, Zur Geschichte des französischen f I, 38 setzt ambit-.irium

an, ohne dies ausdrücklich zu ambitus zu stellen und ohne sich über den

AVortsinn zu äufsern.

* Neben landi , laudier' hat das Dictionn. Savoy. von Constantin und

Desormaux auch landie ,tringle de fer ä laquelle on fixe la cr6maill^re' und

landa f. .forte poutre qui soutient le manteau des anciennes cheminces'.

* Du C. V. I andena vel tripes.

* Vgl. auch Mistral v. enders (endSs, anders, anderre), graud tr^pied de

fer servant i supporter un chaudron'.

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