Zeitschrift für romanische Philologie

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Zeitschrift für romanische Philologie

LAT. AMBITÜS IM ROMANISCHEN. 527

Strafsburg befindet; die Länge des Eisenstabes AB (nach meiner

Ansicht der eigentliche andain) beträgt 0,60 m.i

It. andänico (bei Tommaseo) ,Art Eisen' und bei Du C andanicus,

-icum (semper cum

chalybe) legt die Vermutung

nahe, dafs auch afr. andaine

,eine Art Eisen' (s. Godefr.)

von andanicus kommt (wohl

halbgelehrte Bildung wie rha-

noine) und die Sorte Eisen

bezeichnete, die man zum andain

verwandte.

Obiges war geschrieben,

als ich von dem Erklärungsversuche

R. Meringer's, Indogermanische

Forschungen XVI,

137 Kenntnis erhielt. Auf

Grund der Beobachtung, dafs

Sprache (dtsch. Feuerhengst,

frz. che7iet) und bildende Kunst

den Feuerbock immer, auch

schon in prähistorischer Zeit,

animalisiert haben, dergestalt,

dafs er mit Schafbock-, Rindund

Hirschköpfen verziert er-

scheint, will Meringer andier

auf urkeltisches *andera zurückführen

(air. amder , junges

Weib', cym. an?ter , Färse',

acym. enderic ,vitulus'), das

»Jungvieh' bedeutet habe. Da

man einen altgallischen Feuerbock

mit Bockköpfen und

Hörnern gefunden hat, so

wird ein sonst nicht erhaltenes

keltisches *anderos , junges

Rind, Bock' angesetzt, das

zu andier wurde. Unaufgehellt

bleibt dabei nur mittellatei-

nisches andena und mundartliches andain. Dafs infolge Suffixverkennung

und eines Suffixwechsels, der indessen nur annehmbar

erscheint, wenn and- als Primitivum gefühlt wurde, -ier durch -ain

1 Auch wall, aindai, aidai, edai (Bullet. S. L. L. Wall. 2. Serie Bd. III,

204. 212, XI, lOl) ,pince, barre de ferr aplatie par un bout et qui sert de

levier', dürfte hierher gehören: ai der Endung ist -ellus, zur Vereinfachung

von f zu f s. S. 519 und ib. A. 2. Dasselbe ist lindai ,fermoir coud6 . . .

faisant levier pour detacher les planches d'un plancher' (Bullet. S. L. L. W.

XI, 99).

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